Kontaktlinsen richtig pflegen und anwenden – Tipps und Tricks

Bei vielen Menschen mit einer Fehlsichtigkeit gelten Kontaktlinsen als praktische Alternative zur Brille: Sie erlauben viele Freiheiten, die eine Brille nicht bieten kann, sowohl im Berufsalltag wie auch in der Freizeit. Das ist ohne Zweifel richtig, setzt aber den richtigen Umgang mit den Linsen voraus.  Um die Linsen richtig pflegen, gibt es einige Dinge, die man beachten sollte. Ansonsten bestehen ernstzunehmende gesundheitliche Risiken, im schlimmsten Fall bis hin zur Erblindung.

Die richtige Anwendung der Kontaktlinsen

Regelmäßig wechseln

Den Wechselrhythmus solltest du in Absprache mit deinem Augenarzt festlegen. Bei weichen Linsen wird empfohlen, diese spätestens alle zwei bis vier Wochen zu ersetzen. Harte und gasdurchlässige Linsen können z.B. mehrere Monate oder sogar Jahre getragen werden.

Die richtige Pflege der Kontaktlinsen

Linsen müssen regelmäßig und gründlich gereinigt, desinfiziert und aufbewahrt werden. Nur so können sie ihre Funktion optimal erfüllen. Verwende dazu immer die vom Hersteller empfohlenen Kontaktlinsen Pflegemittel. Es sind Produkte in Flüssigform zur Reinigung und Desinfektion der Linsen zu bevorzugen, da sie die Linsen am besten von Keimen befreien. Die Aufbewahrung ist ebenfalls wichtig: Die Linsen sollten nach dem Reinigen in einer sauberen Lösung aufbewahrt werden – am besten in einer speziellen Aufbewahrungsbox für Linsen.

Linsen nicht zu lange tragen

Auch wenn es bequem ist, die Linsen über Nacht oder den ganzen Tag zu tragen – das ist nicht ratsam. Die Augen brauchen regelmäßig Pausen von den Linsen, um sich zu erholen. Zudem besteht die Gefahr, dass sich Keime auf den Linsen festsetzen und zu Entzündungen führen. Trage die Linsen daher nicht länger als empfohlen.

Richtiges Einsetzen der Linsen

Bevor du die Kontaktlinsen einsetzt, solltest du dir gründlich die Hände waschen und desinfizieren. Berühre die Linse so wenig wie möglich, damit keine Keime oder Bakterien auf die Linse gelangen. Hebe das Oberlid an und setze die Linse auf das Auge. Ziehe das Unterlid etwas nach unten, damit die Linse gut sitzt und nicht verrutschen kann. Blinzle einige Male, damit sich die Linse richtig positioniert. Sollte die Linse trotzdem verrutschen, kannst du sie mit dem Finger nachjustieren oder ganz herausnehmen und neu einsetzen.

Was sind die Risiken bei falscher Anwendung von Linsen?

Der Verlust des Augenlichts ist ein Extrem, wenn es um die Folgen der falschen Handhabung von Kontaktlinsen geht. Fehler passieren tatsächlich schneller, als es den Trägern bewusst ist, denn nicht nur das Tragen selbst, sondern auch die Aufbewahrung und Pflege sind bei Nachlässigkeit mit verschiedenen gesundheitlichen Risiken verbunden. Hinzu kommen besondere saisonale Umstände, die etwa Reizungen und trockene Augen fördern.

Eine Frau bei der Anwendung einer Kontaktlinse

Gerade im Winter führt die trockene Heizungsluft schnell zu ebenso trockenen Augen, im Wechsel mit der kalten, feuchten Luft im Freien sind Reizungen und Rötungen eine häufige Folge. Im ungünstigsten Fall sind Jucken und Tränen aber bereits Anzeichen für eine bakterielle Infektion, die unbedingt sofort behandelt werden muss. Besonders tückisch daran: Die Erreger, die Akanth-Amöben, finden sich auch im Leitungswasser. Wer seine Linsen damit reinigt, setzt sich und seine Augen nur einer noch größeren Gefahr aus. Unter anderem auch deshalb, weil die mikrobielle Behandlung nicht ganz einfach ist. Nur ein Beispiel für den falschen Umgang mit den Sehhilfen.

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Die falschen Kontaktlinsen

Der erste Fehler wird häufig jedoch schon bei der Wahl der Linsen gemacht. Die wird inzwischen durch eine große Auswahl verschiedenster Produkte erschwert, was grundsätzlich aber ein Vorteil ist: Kontaktlinsen gibt es für jedes Auge und jeden Einsatzzweck, sie lassen sich ganz individuell an die Bedürfnisse des Trägers anpassen. Im Zweifelsfall ist es aus diesem Grund besser, sich durch einen Optiker oder Augenarzt beraten zu lassen.

Auf diesem Weg können eventuell bestehende, aber bislang übersehene Probleme wie eine Hornhautverkrümmung erkannt und die Linsen entsprechend gewählt werden. Möglich ist darüber hinaus, beim Selbstversuch mit verschiedenen Modellen zur falschen Sehstärke zu greifen und damit auf Dauer eine tiefergehende Schädigung des Auges herbeizuführen. Abgesehen davon ist, wie schon erwähnt, die Kenntnis der Dioptrienzahl keineswegs der einzige Faktor, der beim Kauf der richtigen Kontaktlinsen relevant ist.

Die falsche Reinigung der Linsen

Die Problematik wurde bereits angesprochen und obwohl die Infektion mit Akanth-Amöben eine vergleichsweise seltene ist, zeigt sich an diesem Beispiel jedoch, wie wichtig das Thema Hygiene für Kontaktlinsenträger ist. Leitungswasser ist bei der Reinigung aber nicht nur wegen der darin enthaltenen Bakterien keine gute Wahl. Es enthält außerdem, je nach Region in unterschiedlicher Konzentration, Kalk. Der kann die Kontaktlinse schädigen oder für Mikroläsionen in der Hornhaut sorgen und damit eine Infektion begünstigen.

Das Wasser aus dem heimischen Wasserhahn reicht allerhöchstens dazu aus, um oberflächliche Verunreinigungen wie Ablagerung aus der Umwelt oder aus dem Tränenfilm des Auges zu beseitigen. Ausreichend ist das aber nicht, gefahrlos können die Linsen nur dann getragen werden, wenn sie gänzlich frei von Keimen sind. Um das zu gewährleisten, braucht es nicht nur ein spezielles Desinfektionsmittel, sondern außerdem eine Desinfektionslösung, in der die Linsen aufbewahrt werden. Diese muss aber täglich erneuert werden.

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Tragedauer: Wie lange kann ich Kontaktlinsen problemfrei nutzen?

Monatslinsen sind natürlich dafür ausgelegt, über einen längeren Zeitraum und ständig getragen werden zu können. Damit ist allerdings nicht ausgeschlossen, dass selbst bei bestmöglicher Anpassung Rötungen und Reizungen auftreten. Viel braucht es dazu freilich nicht, schon kleinste Fremdkörper machen das Tragen der Linsen früher oder später unangenehm, bei trockenen Augen zeigt das Auge typische Anzeichen einer Bindehautentzündung.

Bei den ersten Anzeichen von Beschwerden sollten die Linsen daher zur Sicherheit herausgenommen und gereinigt werden. Es empfiehlt sich, für solche Situationen eine Brille als Ersatz mitzuführen. Damit erhalten die Augen genug Zeit, um sich von der Reizung zu erholen.

Außerdem sollte unbedingt auf das Ablaufdatum geachtet werden, das zwar je nach Linsentyp unterschiedlich ausfallen kann, dennoch aber keineswegs überschritten werden sollte. Hintergrund ist die Beschaffenheit von Monatslinsen: Die sind, um den Tragekomfort über die gesamte Dauer der Nutzung zu gewährleisten, üblicherweise weicher. Was auf der einen Seite für ein angenehmeres Gefühl beim Tragen sorgt, birgt durch den engeren Sitz auf der Hornhaut jedoch das Risiko einer Pilzinfektion. Daher ist es ratsam, vor allem Monatslinsen nicht länger zu tragen, als es laut Hersteller, Optiker oder Arzt empfohlen wird.

Dabei spielt es grundsätzlich keine Rolle, ob die Linsen bereits stören oder nicht, sie stellen immer ein Hindernis für den Stoffwechsel des Auges dar. Nährstoffe und Zellausscheidungen, die ansonsten über den Tränenfilm transportiert werden, stoßen bei den Linsen auf eine Barriere. Das gilt auch für die Versorgung mit Sauerstoff. Die Linsen regelmäßig herauszunehmen, verschafft dem Auge deshalb die notwendige Erholung.

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Kontaktlinsen in der Nacht tragen

Im Grunde genommen können Linsen durchaus auch über Nacht im Auge gelassen werden. Allerdings ist dann mit negativen Folgen zu rechnen, selbst wenn die Sehhilfen aus sauerstoffdurchlässigem Silikon-Hydrogel gefertigt sind. Problematisch ist das nächtliche Tragen aus verschiedenen Gründen:

  • Selbst ohne eingesetzte Linse wird die Hornhaut nachts nur durch das Blut in den Augenlidern versorgt, weshalb die Hornhaut morgens etwas aufgequollen ist. Kontaktlinsen verstärken diesen Effekt und wird das Aufquellen zu stark, kann dies zu Schädigungen des Auges führen.
  • Ohne das Herausnehmen der Linsen können diese nicht gepflegt werden. Die Folge ist ein ständiger Biofilm auf der Linse, auf dem sich Infektionserreger ansiedeln können.
  • Bei Augenentzündungen oder Erkrankungen, die mit Fieber einhergehen, sollte ganz auf Kontaktlinsen über Nacht verzichtet werden, selbst wenn diese im Zuge einer sogenannten „Orthokeratologie“ getragen werden. Die Speziallinsen verformen die Hornhaut mit Absicht, damit tagsüber keine Sehhilfe benötigt wird. Bei den beschriebenen Erkrankungen verlangsamt sich das Zurückformen der Hornhaut jedoch und wegen der ständigen Veränderung der Sehstärke ist eine Brille nicht hilfreich.

Fazit

Ob du Kontaktlinsen trägst, um dein Aussehen zu verbessern, oder aus medizinischen Gründen: Es ist wichtig, sie richtig zu pflegen und anzuwenden. Neben dem täglichen Reinigen solltest du Linsen regelmäßig wechseln und ersetzen. Auch die Aufbewahrung ist wichtig, damit sich Keime nicht ansiedeln können. Beachte unsere Tipps und Tricks, um deine Linsen richtig zu pflegen und anzuwenden.

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Bildquellen

  • Tipps zur Anwendung von Kontaktlinsen: Studio Grand Web | Shutterstock.com