Würmer im Stuhl – Welche Hausmittel gibt es?

Es ist eine äußerst unangenehme Vorstellung, Kleinstlebewesen wie Würmer im eigenen Körper zu haben. Dabei ist ein Wurmbefall gar nicht so selten: Rund zwei Milliarden Menschen sollen weltweit infiziert sein. Es gibt viele verschiedene Arten von Würmern und Parasiten, die den menschlichen Körper befallen können. In diesem Artikel werden wir uns einige der häufigsten Wurmarten ansehen und erfahren, welche Symptome sie verursachen können. Außerdem erfährst du, was du bei Würmern im Darm tun kannst und welche Hausmittel es gibt.

Welche Wurmarten gibt es?

Jedes Jahr sterben – laut Schätzungen der WHO – etwa 200.000 Betroffene an Parasiten [1]. Zu den häufigsten Wurmarten im deutschsprachigen Raum, die sich im menschlichen Darm einnisten, zählen

  • Bandwürmer (Zestoden): Diese Parasiten sind eine der häufigsten Wurmarten, die den menschlichen Körper befallen. Sie leben in unserem Darm und ernähren sich von unserem Blut. Die meisten Bandwürmer verursachen keine Symptome, doch in einigen Fällen können sie zu Juckreiz, Blutungen oder Durchfall führen. Der Rinderbandwurm ist einer der längsten Würmer, die es gibt – er kann bis zu acht Meter lang werden! Er lebt im Darm von Säugetieren und ernährt sich von deren Blut. Menschen können sich mit dem Rinderbandwurm infizieren, wenn sie rohes oder nicht gut durchgekochtes Fleisch essen. Der Fuchsbandwurm ist etwas kleiner als der Rinderbandwurm und wird in der Regel „nur“ etwa zwei Meter lang. Auch er ernährt sich von Blut und lebt im Darm von Säugetieren. Die Hauptinfektionsquelle für den Fuchsbandwurm bei Menschen ist das Essen von rohem oder nicht gut durchgekochtem Fleisch – genauso wie beim Rinderbandwurm.
  • Spulwürmer (Askariden): Diese Wurm Art lebt ebenfalls in unserem Darm und ernährt sich von unserem Blut. Sie können bis zu 10 Zentimeter lang werden und sind oft die Ursache für Juckreiz am After. In schweren Fällen können Spulwürmer auch zu Bauchschmerzen, Durchfall oder Blutarmut führen.
  • Fadenwürmer (Filarien): Sie leben nicht in unserem Körper, sondern im Boden. Wenn wir mit dem Boden in Berührung kommen oder ungewaschenes Obst oder Gemüse essen, können die Eier der Fadenwürmer in unseren Körper gelangen. Die meisten Fadenwurminfektionen verlaufen harmlos, doch in seltenen Fällen können die Würmer zu Bauchschmerzen, Erbrechen oder Durchfall führen. Ein Fadenwurmart ist der Madenwurm (Oxyuren). Es sind die häufigsten Würmer, die den Darm befallen. Wurmeier gelangen über Nahrung oder Schmutz in den Verdauungstrakt und verursachen so eine Infektion. Die meisten Menschen mit einem Madenwurmbefall haben keine Symptome, doch manche klagen über Juckreiz am After, Blut im Stuhl oder unerklärliche Müdigkeit. Der Befall ist leicht behandelbar und heilt in der Regel ohne Komplikationen aus.

Ein Parasitenbefall bleibt in vielen Fällen unbemerkt, denn nicht immer finden sich Anzeichen dafür.

Welche Symptome hat man bei Wurmbefall?

Ein starkes Jucken am Po, das oftmals insbesondere nachts oder am Abend auftaucht, kann ein Zeichen für Wurmbefall sein. Im schlimmsten Fall kommt es durch eventuelles Kratzen zu Entzündungen in der Afterregion. Klarheit über einen Befall besteht, wenn Würmer oder deren Eier im Kot entdeckt werden [2]. Einige Menschen berichten außerdem über Appetitlosigkeit und Gewichtsverlust.

Weitere Symptome für Würmer im Darm können sein:

  • Bauchschmerzen
  • wässriger Durchfall
  • Erbrechen
  • Übelkeit
  • leichtes Fieber

Woher bekommt man Würmer?

Es gibt zahlreiche Möglichkeiten einer Infektion. Sie erfolgt unter anderem über die Luft, Tiere, Türklinken, Spielzeug und verunreinigte Speisen und Lebensmittel. Wenn Wurmeier in den Körper gelangen, setzen sie sich im Darm fest. Ihre Ernährung erfolgt über den Nahrungsbrei. In einem Zeitraum von ca. sechs bis acht Wochen entwickeln sich geschlechtsreife Würmer.

Eine Grafik des Darms auf einem Display

Die weiblichen Parasiten können bis zu 10.000 Eier ablegen. Dies geschieht vor allem in den Anusfalten. Durch Kratzen mit den Händen besteht die Möglichkeit, dass die Wurmeier wiederum in den Mund gelangen. Dadurch wird eine erneute Infektion ausgelöst. Kinder infizieren sich in der Regel leichter als Erwachsene.

  • Würmer gelangen über den Mund mit kontaminierten Nahrungsmitteln, Gegenständen, Spielsand uvm. in den Körper (besonders Madenwürmer und Spulwürmer)
  • Inhalation von Wurmeiern mit kontaminierter Atemluft
  • Wurmlarven von Bandwürmern können in rohem Fleisch enthalten sein
  • Infizierte Haustiere können ebenfalls eine Quelle sein
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Was kann man gegen Würmer tun?

Medikamentöse Behandlung

Bei der Feststellung eines Madenwurmbefalls sollte aufgrund der relativ leichten Übertragung (Ansteckungsgefahr für andere) der Betroffene möglichst rasch behandelt werden. Es gibt verschiedene parasitentötende Medikamente, die nicht rezept- sondern nur apothekenpflichtig sind. Sie stehen in Form von Suspensionen und Tabletten sowohl zum Kauen als auch Schlucken zur Verfügung.

Anthelminthika werden in Tablettenform eingenommen und töten die Parasiten ab. Bei schwereren Infektionsverläufe kann auch eine Behandlung mit Kortison über mehrere Tage notwendig sein, um die allergischen Reaktion des Körpers auf die Wurmeier zu unterdrücken. Kortison wird in Form von Tabletten, Salben oder Spritzen verabreicht.

Wurmbehandlung der Familie

Wichtig ist, dass Familienmitglieder gleichfalls darauf achten, ob bei ihnen ähnliche Symptome auftreten. Empfohlen wird, dass sie sich vom Arzt mit untersuchen lassen und /oder prophylaktisch mitbehandelt werden.

Verschiedene Maßnahmen sind außerdem erforderlich, um eine erneute Ansteckung zu verhindern. Dazu zählen das Kurzhalten der Fingernägel, einmal am Tag zu duschen und mehrmals täglich die Hände zu waschen. Im Durchschnitt dauert die Behandlung wenige Tage bis zu einer Woche. Nach Beendigung sollten Schlafanzüge und Bettwäsche ausgekocht werden.

Welche Hausmittel unterstützen die medizinische Wurmkur?

Hausmittel können Medikamenten unterstützend zur Seite stehen [3]

. Es ist auch möglich, zunächst mit diesen zu versuchen, den Wurmbefall in den Griff zu bekommen, bevor zu Chemie gegriffen wird.

  1. Gegen den Juckreiz helfen Kokosöl, mit dem der sanft After eingerieben wird, und Sitzbäder in Salzwasser.
  2. Eine Stärkung des Immunsystems wird durch Schwarzkümmelöl erreicht. Es wirkt sich zudem positiv auf die Darmflora aus.
  3. Heilfasten kann den Wurm auch vertreiben. Zudem stärkt es das Immunsystem und reinigt den Darm.
  4. Zu den bekanntesten Natur-Wurmmitteln gehört roher Knoblauch. Er enthält schwefelhaltige Aminosäuren, die den Darm sowohl von Kindern als auch Erwachsenen aufräumen.[4]
  5. Auch Grapefruit, speziell die Schale und Kerne, eignen sich zum Vertreiben von Parasiten. Grapefruitkernextrakt ist hier auch zu empfehlen. Für Kleinkinder, Schwangere und stillende Frauen ist die Frucht jedoch nicht geeignet.
  6. Ananas, frische Karotten und Papayas (inkl. Kerne) können ebenfalls wirksam sein. Sie werden vor einer Mahlzeit verzehrt.
  7. Zur Vertreibung der Würmer aus dem Darm sorgt auch die Einnahme von nativem Kokosöl. Drei bis vier Esslöffel täglich sollten eingenommen werden. Auch bei Hunden kann man es gegen Würmer anwenden.
  8. Über den Tag verteilt Kürbiskerne zu knabbern trägt ebenfalls zur Wurmbehandlung bei.[5]
  9. Oregano-Öl hat starke antiparasitäre Wirkung. Am besten in Kapselform mit hohem Carvacrol-Gehalt (mind 70 %).[6]
  10. Weißkohlsaft, der auf nüchternen Magen getrunken wird, stellt ein weiteres natürliches Mittel gegen Wurmbefall dar.
  11. Tipp: Hunde- und Katzenbesitzer sollten ihre Tiere regelmäßig entwurmen: Es gibt zahlreiche Bandwürmer, wobei der Hunde- oder Fuchsbandwurm am gefährlichsten ist. Dieser siedelt sich bereits im Larvenstadium in den inneren Organen an. Da er von Haustieren auf den Mensch übertragen wird, sollten diese ihre Tiere viermal im Jahr untersuchen oder entwurmen lassen.
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Bildquellen

  • Grafik des Darms: sdecoret | Shutterstock.com

Quellenangaben

Quellenangaben
1 Im Internet: https://www.daserste.de/information/wissen-kultur/w-wie-wissen/sendung/2010/welt-in-zahlen-parasiten-100.html, abgerufen am 10.04.2022
2 Ryan U et al., New Technologies for Detection of Enteric Parasites. Trends Parasitol. 2017 Jul;33(7):532-546,
3 Klimpel S et al., The effects of different plant extracts on nematodes. Parasitol Res. 2011 Apr;108(4):1047-54.
4 Salama AA et al., Inhibitory effect of allicin on the growth of Babesia and Theileria equi parasites. Parasitol Res. 2013 Oct 31.
5 Feitosa TF et al., Anthelmintic efficacy of pumpkin seed (Cucurbita pepo Linnaeus, 1753) on ostrich gastrointestinal nematodes in a semiarid region of Paraba State, Brazil. Trop Anim Health Prod. 2012 Dec;45(1):123-7.
6 Force M et al., Inhibition of enteric parasites by emulsified oil of oregano in vivo. Phytother Res. 2000 May;14(3):213-4.