Asthma: Hintergrund, Symptome und natürliche Behandlung

Asthma bronchiale zählt mit etwa 235 Millionen Betroffenen weltweit zu den häufigsten chronischen Erkrankungen[1]. Eine ständige Entzündung in den Atemwegen sorgt dabei für unterschiedliche Beschwerden.

Was genau ist eigentlich Asthma?

Bei Asthma besteht aufgrund einer Störung des Immunsystems eine permanente oder häufige Entzündung in den Bronchien und Bronchiolen (Röhrensystem in der Lunge, das dem Lufttransport dient). Dadurch ist der Gasaustausch in der Lunge – der Tausch von Kohlendioxid und Sauerstoff – gestört. Darüber hinaus reagieren Asthmatiker meist überempfindlich auf äußere Reize wie Pollen, kalte Luft oder Abgase.

In Anbetracht dieser Begebenheiten kommt es zu einer Reaktion, die ein Anschwellen der Bronchialschleimhaut hervorruft und die Schleimproduktion erhöht. Die Bronchien verengen sich, was sowohl ein normales Ein- als auch Ausatmen durch die Verkrampfung der Atemmuskulatur erschwert – die ausreichende Sauerstoffversorgung ist deutlich eingeschränkt.

„Asthma ist nicht gleich Asthma“, berichtet Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Pohl aus Wien[2]. Allergisches und nicht-allergisches Asthma sowie leichtes und schweres Asthma unterscheiden sich in der Behandlung und dem Schweregrad der Symptome. In Zeiten des Coronavirus SARS-CoV-2, stehen Asthmatiker vor besonderen Herausforderungen. Gerade jetzt ist das Ziel – und zwar noch mehr als sonst – die optimale Behandlung. Denn, so gibt der Deutsche Allergie- und Asthmabund an [3]: Asthmatiker, die gut mit Medikamenten eingestellt sind, haben kein erhöhtes Infektrisiko. Ein größeres Risiko haben allerdings ältere Menschen mit schwerem Asthma und Menschen, die gegen schweres Asthma regelmäßig Kortison in Tablettenform einnehmen müssen. Zum Glück ist inzwischen auch schweres Asthma gut behandelbar. Oft auch ganz ohne Kortison.

Diese Symptome kennzeichnen Asthma bronchiale

Die chronische Atemwegserkrankung zeigt sich durch unterschiedliche Symptome. Anzeichen von Asthma bestehen in der Regel nicht durchgehend. Vielmehr gibt es Zeiträume, an denen Betroffene unter leichten bis starken Symptomen leiden oder aber beschwerdefrei sind.

Typischerweise lässt sich die Erkrankung anhand folgender Symptome erkennen:

Eine Frau in der Natur die sich die Lunge hält und atmet als Symbol einer Asthma Behandlung
  • erschwertes Atmen
  • Atemnot oder anfallsartige Kurzatmigkeit
  • starker, trockener Husten (im Verlauf meist mit schleimigem Auswurf)
  • Engegefühl und Schmerzen in der Brust
  • pfeifende Atemgeräusche (Giemen)
  • erhöhte Herzfrequenz
  • blaue Verfärbungen an Lippen und Fingern (Sauerstoffmangel)
  • verstärkte Beschwerden während der Nacht

Betrachtet man die beginnende Erkrankung, bemerkt man am Anfang oft ein „Hüsteln“, so Prof. Pohl. Dieses tritt meist vorwiegend bei Belastung auf. In der Folge kann der Husten dann dauerhaft werden. Irgendwann kann ein Gefühl der Brustenge hinzukommen. Patienten fühlen sich, als ob ein Gewicht auf dem Brustkorb lastet. Vor allem das Ausatmen fällt schwer. Zudem spüren die Menschen häufig auch ein generelles Unwohlsein bei körperlichen Belastungen. Nächtliches Husten, Atemnot und ein pfeifendes Atmen gehören ebenfalls zu den möglichen Symptomen bei Asthma.

Besonders die Atemnot bei der Erkrankung stellt für Patienten eine große Belastung dar, da sie diese meist auch in einen Angstzustand versetzt. Häufig verursacht das wiederum eine erhöhte Herzfrequenz. Bemerkt man also derartige Beschwerden bei sich, ist ein Besuch beim Arzt unerlässlich. Rechtzeitig erkannt und entsprechend behandelt, kann der Verlauf und die Schwere der Atemwegserkrankung meist positiv beeinflusst werden.

Was löst einen Asthma-Anfall aus?

Es gibt einige Reize, welche einen Asthma Anfall auslösen beziehungsweise verschlimmern können (medizinisch: Exazerbation).

Auslöser für nicht allergisches Asthma

  • körperliche Belastung wie Treppensteigen
  • Stress
  • kalte Luft oder Wind
  • Medikamente
  • Rauch sowie Abgase

Bei der Erkrankung spielen verschiedene Ursachen zusammen. Zum einen liegt wohl eine genetische Disposition vor, die die Entstehung von Asthma begünstigt. Zum anderen tragen verschiedene Faktoren des Lebensstils (Übergewicht, Stress, Rauchen) zur Entstehung bei.

Auslöser für allergisches Asthma

Leiden Patienten unter einem allergischen Asthma, kommt es aufgrund des Kontakts mit einem Allergie auslösenden Stoff (Allergen) zu den Symptomen. Allergene sind beispielsweise Pollen wie Gräser- oder Baumpollen aber auch Schimmelpilze, Tierhaare oder Lebensmittel. Übrigens: Bei etwa 80 Prozent der Erwachsenen Asthmatikern verursachen Allergien die Erkrankung[4].

Die dahinterliegenden Ursachen, weshalb diese Reize überhaupt zu den Entzündungen und somit zu den Anzeichen für Asthma führen, sind schwer festzumachen. Eine genetische Veranlagung kann hier eine Rolle spielen und vor allem ein Ungleichgewicht des Immunsystems. Normalerweise sind Entzündungen nämlich nützliche Abwehrreaktionen unseres Körpers, die dazu da sind, etwas potenziell Schädliches – wie beispielsweise eingedrungene Bakterien oder Giftstoffe – zu beseitigen.

Die entzündliche Anschwellung der Atemwege bei allergischem Asthma ist sozusagen eine unangemessene Reaktion des Immunsystems. Da man nicht ausmachen kann, weshalb das Immunsystem so reagiert, ist eine Behandlung meist lediglich auf die Linderung der Symptome ausgerichtet und weniger auf die Beseitigung der (unbekannten) Ursachen.

Im Folgenden beschreiben wir sowohl die Linderung bringende Behandlung durch den Arzt als auch eine ganzheitliche Revitalisierung des Immunsystems.

Therapie: Was tut der Arzt gegen die Symptome bei Asthma?

Grundsätzlich kann die Atemwegserkrankung nicht geheilt werden, ist jedoch mit der richtigen Therapie gut behandelbar. Ein besonders entscheidender Faktor dabei: Das rechtzeitige Erkennen von Asthma. Betroffene sollten somit schon erste Symptome wie Luftnot nach körperlicher Anstrengung ernst nehmen und unbedingt einen Arzt aufsuchen. Das Ziel der Therapie ist immer, dass ein normaler Alltag der Patienten so gut es geht erhalten bleibt.

Medizinische Basistherapie

Zur Basistherapie gehören verschiedene Wirkstoffe, die inhaliert werden, und direkt in der Lunge ihre Wirkung entfalten. Darunter fallen Sprays bzw. Inhalatoren mit Kortison oder länger wirkenden Betasympathomimetika. Diese Inhaltsstoffe wirken gegen die Entzündung oder erweitern die Bronchien.

Für akute Anfälle mit Atemnot stehen Notfallsprays bereit, die zum Beispiel schnell wirkende Betasympathomimetika enthalten und innerhalb von Minuten wirken. Für schweres allergisches oder eosinophiles Asthma stehen seit einigen Jahren die sogenannten Biologika zur Verfügung. Dabei handelt es sich um eine Therapie mit Antikörpern, die gegen bestimmte Entzündungs-Botenstoffe gerichtet sind, und dadurch der Entzündungsreaktion in der Lunge entgegenwirken.

Der Facharzt setzt in der Regel auf einen Behandlungsplan, der sich aus verschiedenen Punkten zusammenstellt:

  • Medikamente: Meist verschreibt der Mediziner Arzneimittel, die dauerhaft angewendet werden müssen (Controller) und die für den Notfall bestimmt sind (Reliefer). Hierbei handelt es sich in den meisten Fällen um Inhalationssprays (Asthma Notfallspray).
  • Asthma Schulung: Eine umfangreiche Aufklärung des Asthmatikers über die richtige Verwendung der Arzneimittel, das Verhalten bei einem Anfall und in verschiedenen, alltäglichen Situationen stellt ebenso einen wichtigen Faktor der Therapie dar. Außerdem sollte ein Asthma Tagebuch geführt werden.
  • Vermeiden der Auslöser: Besonders die Asthma auslösenden Stoffe wie Pollen, Staub, kalte Luft oder Abgase sollten vermieden werden.
  • Kontrolle: Eine regelmäßige Kontrolle des Krankheitsverlaufs trägt einen entscheidenden Einfluss auf den Erfolg der Therapie bei. So kann der Arzt den Behandlungsplan gegebenenfalls anpassen und letztlich das Risiko eines Anfalls minimieren.

Ärzte bestimmen die genaue Therapie individuell, greifen gegebenenfalls auch auf weitere Medikamente zurück. Betroffene sollten sich stets an den Therapieplan halten, um ihre Lebensqualität zu erhalten und die Erkrankung langfristig im Griff zu behalten.

Asthma in Zeiten von Corona (SARS-CoV-2)

In Zeiten von Corona ist hierbei besonders wichtig, dass die Behandlung auch sehr gut selbst zuhause, etwa mit Pen oder Fertigspritze, durchgeführt werden kann. Leider wissen nicht alle Patienten, welche umfassende Behandlungsmöglichkeiten es inzwischen gibt. Deshalb möchte Prof. Pohl Patienten, die immer noch Beschwerden mit ihrer Erkrankung haben, dazu animieren, die Symptome weiter abklären zu lassen.

Denn, so ergänzt er, „dann haben sie noch nicht alles bekommen, was sie brauchen.“ Vom Arzt verschriebene Medikamente sollten in jedem Fall regelmäßig angewendet werden, selbst wenn keinerlei Symptome mehr vorliegen. Inhalatives Kortison und Antikörper-Therapien haben meist keinerlei Nebenwirkungen, erklärte Prof. Pohl, und können problemlos eine lange Zeit eingenommen werden. Auch oder sogar ganz besonders in Zeiten von Corona.

Dabei sollte jedoch die Verabreichung von systemischen Kortison (Kortisontabletten) möglichst vermieden werden. Das ist glücklicherweise selbst bei Patienten mit schwerem Asthma heute sehr oft möglich. „Dank intensiver Forschung in den vergangenen Jahren wurde eine gezieltere Therapie mit Antikörpern, speziell bei Patienten mit schwerem Asthma, entwickelt, die zu einer wesentlichen Verbesserung der Lebensqualität der Patienten beiträgt“, ergänzt Pohl. Zusätzlich verbessert es den Verlauf, wenn Asthmatiker weiterhin aktiv bleiben, sich viel bewegen und regelmäßig Sport machen.

Ganzheitliche Asthma-Behandlung

Die Asthma Ursachen hinter den entzündlichen Prozessen in den Atemwegen beruhen wie schon erwähnt auf einer Gemeinsamkeit: einer Überreaktion des Immunsystems. Neben der Anwendung von lindernden Asthmasprays und Asthmamedikamenten gibt es auch Möglichkeiten, das Immunsystem ins Gleichgewicht zu bringen und auf diesem Weg der Krankheit zu begegnen.

Darmsanierung und Aufbau der Darmflora

Eine zentrale Rolle in einem intakten Immunsystem spielt der Darm und sein Mikrobiom. Für eine ganzheitliche Asthma Behandlung ist eine grundlegende Darmsanierung und der Aufbau einer gesunden Darmflora von großer Wichtigkeit. Dabei kann eine einleitende Heilfastenkur mitunter schon erste Erfolge mit sich bringen.

Schriftzug Leitfaden zur Detoxkur

Ernährung und weitere praktische Tipps

Weiterführend sollten diese Punkte beachtet werden:

  • Basenüberschüssige Ernährung – siehe Säure-Basen-Haushalt
  • Fertigprodukte, Fleisch, Milch, Zucker und Auszugsmehle eine Zeit lang meiden und auch später stark reduzieren[5].
  • Vermehrt entzündungshemmende Pflanzenwirkstoffe zu sich nehmen (siehe weiter unten)
  • Sonne tanken zur Vitamin-D-Produktion und in den Wintermonaten Vitamin D supplementieren[6]
  • Natürliche Reinigungsprodukte verwenden
  • Naturkosmetik und natürliche Haushaltsreiniger benutzen
  • Eventuell naturheilkundliche Behandlung wie Akupunktur durchführen

Bewährte Hausmittel

Natürliche Hilfen mit denen man die verordnete Asthma-Therapie unterstützen kann sind:

Kaffee

Kaffee oder andere koffeinhaltige Getränke – Koffein kann die Ausschüttung von Histamin reduzieren. Histamin spielt eine wesentliche Rolle bei allergischen Reaktionen. Somit könnte der Genuss von koffeinhaltigen Getränken das allergische Asthma lindern. Außerdem erweitert Koffein die Bronchien und kann dadurch das Atmen erleichtern[7].

Heilkräuter

Heilkräuter wie Isländisch Moos, Fenchel und Spitzwegerich z. B. als Tee genossen wirken schleimlösend und erleichtern das Atmen.

Magnesium

Magnesium – unterstützt die Muskelentspannung – auch in den Bronchien. Eine magnesiumreiche Ernährung und/oder die Einnahme von entsprechenden Präparaten kann also eine hilfreiche unterstützende Maßnahme gegen Asthmabeschwerden sein[8].  Magnesiumreiche Lebensmittel sind z.B. Brokkoli, Naturreis, Hafer, Hülsenfrüchte, Nüsse, Kürbiskerne, Kakao, Bananen und Datteln.

Kurkuma

Der Wirkstoff Curcumin ist entzündungshemmend und soll entspannend auf die Bronchien wirken.

Ingwer

Ingwer ist bekannt dafür, das Immunsystem zu stärken und ebenfalls anti-entzündlich zu wirken. Außerdem trägt er auch zur Muskelentspannung bei[9] und eignet sich so als Unterstützung zur Asthma Therapie.

Gesunde Fettsäuren

Omega-3-Fettsäuren – können gegen Entzündungen effektiv vorbeugen und so auch bei Asthma unterstützend wirken[10]. Natürlichen Quellen sind Leinsamen und Leinöl, Walnüsse, Chiasamen, Hanföl, grünes Gemüse, Algen und Fisch. Bei letzterem sollte man nach Möglichkeit auf die Herkunft aus Bio-Aquakulturen achten.

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Bildquellen

  • Eine atmende Frau in der Natur: Yolya Ilyasova | Shutterstock.com

Quellenangaben

Quellenangaben
1 Helmholtz Zentrum München – Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt (GmbH): Wie häufig ist die Erkrankung? URL: https://www.lungeninformationsdienst.de/krankheiten/asthma/verbreitung/index.html 12.06.2020.
2 Experten Talk am Welt-Asthma-Tag 05. Mai 2020 „Über den Umgang mit Asthma in Zeiten von Corona“
3 Marina Oppermann. Corona: IST JEDER ASTHMAPATIENT STÄRKER GEFÄHRDET? 20.03.2020.
4 Helmholtz Zentrum München – Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt (GmbH): Asthma: Symptome, Formen, Entstehung. URL: https://www.lungeninformationsdienst.de/krankheiten/asthma/grundlagen/index.html#c199206 12.06.2020.
5 Forte GC et al. Diet effects in the asthma treatment: A systematic review. Crit Rev Food Sci Nutr. 2018 Jul 24;58(11):1878-1887.
6 Hall SC, Agrawal DK. Vitamin D and Bronchial Asthma: An Overview of Data From the Past 5 Years. Clin Ther. 2017 May;39(5):917-929.
7 Welsh EJ, Bara A, Barley E, Cates CJ. Caffeine for asthma. Cochrane Database Syst Rev. 2010 Jan 20;2010(1):CD001112
8 Gröber U, Schmidt J, Kisters K. Magnesium in Prevention and Therapy. Nutrients. 2015 Sep 23;7(9):8199-226.
9 Kardan M et al. Effect of ginger extract on expression of GATA3, T-bet and ROR-γt in peripheral blood mononuclear cells of patients with Allergic Asthma. Allergol Immunopathol (Madr). 2019 Jul-Aug;47(4):378-385.
10 Miyata J, Arita M. Role of omega-3 fatty acids and their metabolites in asthma and allergic diseases. Allergol Int. 2015 Jan;64(1):27-34.