Was ist Reizdarm? Symptome, Ursachen & Behandlung

Das Reizdarmsyndrom, kurz Reizdarm genannt, kann die Lebensqualität stark einschränken. Die Ursachen sind vielfältig. Oft kommen mehrere Faktoren zusammen, die den Reizdarm auslösen oder die Symptome verstärken. In diesem Artikel erfährst du mehr über Ursachen und Symptome des Reizdarmsyndroms (RDS), wie die Untersuchung des Reizdarms durchgeführt bzw. wie der Reizdarm diagnostiziert wird. Außerdem findest du unsere besten Tipps, was du bei Verdauungsbeschwerden und Reizdarm tun kannst!

Was sind die Ursachen von klassischen Verdauungsproblemen?

Verdauungsprobleme stehen in den meisten Fällen im Zusammenhang mit der Ernährung. Aber auch Stress oder Erkrankungen im Magen-Darm-Trakt können die Ursache sein. Die folgenden Faktoren beeinflussen die Verdauung:

  • falsche Essgewohnheiten (zu viel, zu schnell, zu süß, zu fettig, zu künstlich)
  • Nahrungsmittelintoleranzen wie z.B. Laktose-, Fruktose-, Histamin- oder Glutenintoleranz
  • psychische Faktoren wie Stress, Unruhe, Angst etc.
  • Bewegungsmangel
  • Magen- oder Darmerkrankungen
  • Stoffwechselerkrankungen wie z.B. Diabetes mellitus
  • Darmparasiten
  • Medikamenteneinnahme (v.a. Antibiotika)

Es ist nicht immer leicht, die Ursache für Verdauungsbeschwerden schnell ausfindig zu machen. Als ersten Schritt bei akuten, immer wieder kehrenden oder chronischen Beschwerden solltest du zum Arzt gehen, um ernsthafte Erkrankungen auszuschließen.

Reizdarm ist schwierig zu therapieren

Die Diagnose Reizdarm wird oft erst nach langer Zeit und vielen Untersuchungen gestellt. Ist die Diagnose endlich da, ist das oft auch nicht zufriedenstellend. Denn Reizdarm heißt auch: Ursache weitgehend unbekannt. Entsprechend gibt es auch nicht „die Therapie“, sondern nur verschiedene Möglichkeiten, die Beschwerden zu lindern oder im Idealfall ganz zum Verschwinden zu bringen. Dadurch kann bei Betroffenen (aber nicht selten auch bei Ärzten) Unsicherheit und Frustration entstehen.

Das Gute daran ist, dass ein Reizdarm nicht gefährlich ist. Allerdings können starke Symptome das Alltagsleben beeinträchtigen. Zum Teil so weit, dass Betroffene nicht mehr gerne ausgehen, nicht mehr in den Urlaub fahren möchten oder ihren Beruf nicht mehr mit voller Leistungsfähigkeit ausüben können.

Leidest du unter Reizdarm oder hast die Vermutung, dass deine Verdauungsbeschwerden auf ein Reizdarmsyndrom zurückzuführen sind? Wir erklären hier, was sich hinter dem Reizdarmsyndrom verbirgt und warum die Diagnostik nicht so einfach ist.

Was ist ein Reizdarmsyndrom?

Das Reizdarmsyndrom (kurz Reizdarm) wird manchmal auch Irritables Darmsyndrom (IDS) oder im Englischen irritable bowel syndrome (IBS) genannt. Menschen mit Reizdarm haben einen besonders empfindlichen Darm. Sie können auf verschiedene Faktoren wie Stress oder bestimmte Nahrungsmittel mit Darmbeschwerden wie Blähungen, Schmerzen, Durchfall oder Verstopfung reagieren.

Experten schätzen, dass bis zu 10 Prozent aller Menschen von unspezifischen Darmproblemen betroffen sind (1). In Industrieländern ist die Zahl der Betroffenen noch höher. Jeder fünfte Patient beim Hausarzt und ungefähr jeder zweite Patient beim Facharzt (Gastroenterologen) ist wegen Darmerkrankungen dort. Etwa die Hälfte der Patienten, die wegen Darmbeschwerden zum Arzt gehen, hat ein Reizdarmsyndrom. Frauen sind doppelt so oft betroffen wie Männer (2). Und dennoch ist der Reizdarm eine der Erkrankungen, über deren Entstehung und Auslöser immer noch wenig bekannt ist.

Was sind die Symptome eines Reizdarms?

Wie erkennt man ein Reizdarmsyndrom? Gemeinsam haben alle Reizdarmpatienten, dass sie immer wieder unter Darmbeschwerden leiden. Die Diagnose ist jedoch nicht leicht, denn alle Symptome können auch andere Ursachen haben (siehe unten).

Die folgenden Symptome müssen nicht alle auftreten. Bei manchen Betroffenen wechseln beschwerdefreie Zeiten mit stärkeren Symptomen ab. Es kann vorkommen, dass bestimmte Nahrungsmittel, Stress oder psychische Belastungen die Beschwerden verschlimmern.

  • Bauchschmerzen: Ein Druck im Bauch, krampfartige Schmerzen, Völlegefühl oder ein generelles Unwohlsein im Bauchbereich sind bei einem Reizdarm häufig.
  • Blähungen: Ein aufgeblähter Bauch oder ein übermäßiger Abgang von Blähungen sind häufige Symptome bei Reizdarm. Sind Blähungen stark ausgeprägt, wird für Betroffene ein Aufenthalt in der Öffentlichkeit oft unangenehm.
  • Durchfall oder weicher Stuhl: Häufigerer Stuhlgang und weicher Stuhl bis hin zu echtem Durchfall können auftreten. Manchmal wechseln Durchfall und Verstopfung auch ab.
  • Verstopfung oder erschwerter Stuhlgang: Während einige Betroffene unter Durchfall leiden, habe andere eher Verstopfung. Von Verstopfung spricht man, wenn weniger als dreimal wöchentlich eine Darmentleerung stattfindet. Bei Reizdarm kommt es manchmal vor, dass Betroffene zwar keine echte Verstopfung haben, aber Probleme beim Stuhlgang (lange Dauer, starkes Pressen, Bauchschmerzen, Gefühl der Darm sei nicht vollständig entleert).
  • Plötzlicher Stuhldrang: Typisch für einen Reizdarm ist auch, dass Betroffene manchmal sehr plötzlich einen Stuhldrang verspüren. Manchmal auch, wenn sie vor kurzem erst auf der Toilette waren.
  • Beschwerden bessern sich durch Stuhlgang: Bei Reizdarm fühlen sich Betroffene nach dem Stuhlgang oft zunächst besser.

Zusammenhang mit weiteren Erkrankungen und Symptomen

Menschen mit Reizdarm klagen oft auch über weitere Probleme wie Kopfschmerzen, Gereiztheit, Schmerzen in Muskeln oder Gelenken oder Müdigkeit (bis hin zu einer starken Erschöpfung). Mediziner erforschen momentan noch, woran das liegt. Einer der gemeinsamen Faktoren könnte vielleicht die Darmflora sein, die – wie sich in den letzten Jahren immer stärker zeigt – sehr großen Einfluss auf den gesamten Körper hat. Hier findest du unseren Fachartikel mit Tipps, wie du deine Darmflora regenerieren kannst.

Es gibt immer wieder Fälle, bei denen Betroffene zusätzlich zum Reizdarmsyndrom Erkrankungen wie Fibromyalgie, chronisches Fatigue-Syndrom, Magenerkrankungen, Depressionen oder Angststörungen entwickeln. Auch hier ist der Zusammenhang bisher nicht klar.

Wir wird das Reizdarmsyndrom diagnostiziert?

Da die Symptome eines Reizdarms auch andere Ursachen haben können, muss der Arzt diese zunächst ausschließen. Deshalb ist der Weg bis zur Diagnose für Betroffene oft mühsam. Wichtig ist hier, so betonen Experten (1), dass der Arzt einfühlsam auf den Patienten eingeht und gut informiert ist. Für dich heißt das: Fühlst du dich nicht ernst genommen oder schiebt der Arzt die Symptome ohne weitere Untersuchungen auf psychische Ursachen, dann kann eine Zweitmeinung helfen. Unter Umständen auch bei einem Facharzt für Magen-Darm-Erkrankungen, einem Gastroenterologen.

Für die Diagnose schließt der Arzt also je nach Symptomen zunächst mögliche andere Ursachen aus. Dazu gehören Zöliakie, Lebensmittelallergien, chronisch-entzündliche Darmerkrankungen (zum Beispiel Colitis ulcerosa), Lebererkrankungen, Darmkrebs oder Magengeschwüre. Dafür kann der Arzt je nach Verdacht manchmal eine Darmspiegelung, eine Ultraschalluntersuchung des Bauchraums oder eine Magenspiegelung für nötig halten.

Eine Blutuntersuchung und Kotuntersuchung wird in vielen Fällen durchgeführt. Bei Verdacht auf Nahrungsmittelunverträglichkeiten können Atemtests eine Laktoseintoleranz, eine Fructosemalabsorption oder eine Sorbitunverträglichkeit zeigen. Eine Zöliakie (Glutenunverträglichkeit) lässt sich durch die Entnahme einer kleinen Gewebeprobe aus dem Darm nachweisen.

Ergeben all diese Untersuchungen keine medizinische Ursache der Darmbeschwerden, lautet die Diagnose Reizdarm. Ein Darm also, der (über)empfindlich auf verschiedene Auslöser reagiert.

Ein Zusammenschluss aus internationalen Experten hatte sich 2006 intensiv mit dem Phänomen Reizdarmsyndrom beschäftigt und die sogenannten Rom-III-Kriterien entwickelt. Demnach liegt dann ein RDS vor, wenn:

  • Bauchschmerzen an mindestens 3 Tagen im Monat und über die vergangenen 3 Monate auftraten
  • Zusätzlich müssen zwei von folgenden Symptomen vorhanden sein:
    • Linderung der Beschwerden nach erfolgtem Stuhlgang
    • Beginn der Beschwerden mit Änderung der Häufigkeit des Stuhlgangs
    • Beginn der Beschwerden mit Änderung der Stuhlbeschaffenheit (Konsistenz und Aussehen)

Eine deutsche Fachgruppe hatte im Jahr 2011 ähnliche Kriterien in Form einer Leitlinie veröffentlicht (S3-Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten – DGVS). Diese befindet sich aktuell in Überarbeitung.

Was sind die Ursachen für Reizdarm?

Der Reizdarm ist ein sehr komplexes Krankheitsbild, bei dem vermutlich viele Faktoren zusammenspielen. Früher gingen Ärzte oft davon aus, dass die Ursache psychisch ist. Doch heute weiß man, dass das nur zum Teil der Fall ist. Psychische, körperliche und soziale Einflüsse spielen eine Rolle (1). Je nach Patient wiegen die einzelnen Faktoren unterschiedlich stark. Einige der unten genannten Auslöser tragen dazu bei, dass Betroffene anfälliger für Reizdarm sind. Andere lösen akute Symptome aus oder verschlimmern vorhandene Beschwerden.

Auch wird z. B. eine erhöhte Dehnungssensibilität der Darmmuskulatur bzw. eine erhöhte Schmerzempfindlichkeit diskutiert. Vermutet wird ein komplexes Zusammenspiel verschiedener Faktoren, das zum Krankheitsbild des „Reizdarmsyndroms“ führt. Diese Faktoren können u. a. bakterielle Fehlbesiedlungen im Dünn- und Dickdarm sowie Einflüsse von Zusatzstoffen in der Nahrung, aber auch die Auswirkungen einer übermäßigen Antibiotikaeinnahme sein. Ebenfalls eine große Rolle dürften Veranlagung, Stress und psychische Belastungen spielen. Der enge Zusammenhang zwischen Darm und Psyche ist mittlerweile unumstritten.

Eine atraktive Frau beim Essen, mit einer Schüssel Salat in der Hand

Mögliche Auslöser des Reizdarmsyndroms

Die folgenden Faktoren könnten Forschern zufolge einen Reizdarm verursachen oder die Symptome auslösen bzw. verstärken.

  • Genetische Disposition (Veranlagung): Veranlagung kann das Risiko erhöhen, einen Reizdarm zu entwickeln. Dazu müssen aber in der Regel noch einer oder mehrere der unten genannten Auslöser kommen.
  • Nahrungsmittelunverträglichkeiten: Nahrung hat einen großen Einfluss auf das Reizdarmsyndrom. Bei 50 bis 70 Prozent der Betroffenen liegen Probleme mit bestimmten Nahrungsinhaltsstoffen vor. Oft sind Lactose, Fructose oder Sorbit die Übeltäter (2). Manchmal hängen Beschwerden jedoch mit bestimmten Nahrungsmitteln zusammen, es lässt sich aber keine Unverträglichkeit nachweisen. Schuld könnten dann zum Beispiel die FODMAPs sein (mehr dazu weiter unten und in den Buchtipps).
  • Vorangegangene Magen-Darm-Infekte: In sieben bis 36 Prozent aller Fälle beginnt die Reizdarmerkrankung nach einem Magen-Darm-Infekt, zeigen Forscher aus Tübingen (3). Schuld können Reisedurchfall oder Infektionen mit Salmonellen, Shigellen, EHEC und anderen Keimen sein.
  • Psychologische Faktoren: Menschen mit Depressionen, Ängsten oder posttraumatischem Belastungssyndrom entwickeln häufiger ein Reizdarmsyndrom.
  • Stress: Starker Stress, große Sorgen und Belastungen können die Symptome des Reizdarms oft verstärken.
  • Darmflora: In den letzten Jahren zeigten immer mehr Studien, dass es im Umfeld des Darms und seiner Darmflora sehr viele Wechselwirkungen gibt, die wir bisher noch nicht vollständig entschlüsselt und verstanden haben. Bei Reizdarm scheint die Darmflora anders zusammengesetzt zu sein, als bei gesunden Menschen (4).
  • Darmnervensystem: Unser Darm ist von einem komplexen Netzwerk eines darmeigenen Nervensystems umgeben. Dieses scheint bei manchen Reizdarm-Patienten empfänglicher für Schmerzreize zu sein. Blähungen oder Darmbewegungen führen daher leichter zu Bauchschmerzen.
  • Verhalten der Ärzte: Eine Rolle spielt auch, wie der Arzt mit den Beschwerden umgeht. Manchmal nimmt der Arzt die Erkrankung entweder nicht ernst oder führt unnötige Untersuchungen und Therapien durch, die nicht weiterhelfen und die Patientin oder den Patienten verunsichern. Das kann die Beschwerden weiter verschlimmern (1).

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Welche Untersuchungen werden bei Reizdarmsyndrom (RDS) durchgeführt?

Sämtliche schwerwiegenden Erkrankungen müssen unbedingt mit folgenden Untersuchungsmethoden ausgeschlossen werden können:

  • Magenspiegelung
  • Dickdarmspiegelung
  • Ultraschalluntersuchungen des Bauchraumes
  • Laboruntersuchungen zum Ausschluss von Lebererkrankungen, Allergien, Zöliakie (Glutenunverträglichkeit) und Nahrungsmittelunverträglichkeiten (z. B. Milch)
  • Zuckerunverträglichkeitstest (Laktose-, Fruktose-, Sorbitunverträglichkeit)
  • Darmmilieu-Untersuchungen (bakterielle Fehlbesiedlungen)

Alternativ sollte auch eine Untersuchung auf Darmparasiten in Betracht gezogen werden. Darmparasiten können das Immunsystem belasten und gleichermaßen Symptome eines Reizdarmsyndroms auslösen. Ergeben alle Untersuchungen Normalbefunde, kann im Ausschlussverfahren die Diagnose „Reizdarmsyndrom“ gestellt werden.

Behandlung: Was mache ich bei Verdauungsproblemen und Reizdarm?

Reizdarm ist leider immer noch eine der Erkrankungen, über die zu wenig bekannt ist, um sie effektiv behandeln zu können. Es handelt sich um eine sogenannte „funktionale“ Erkrankung. Damit ist gemeint, dass verschiedene psychische und körperliche Faktoren zusammenspielen. Diese sind von Fall zu Fall auch noch unterschiedlich, was die Diagnostik und Behandlung für den Arzt erschwert.

Nicht immer ist bei einer klassischen Verstopfung oder Durchfall sofort der Gang zum Arzt notwendig. Sehr oft bessern sich Verdauungsprobleme nach kurzer Zeit von selbst. Mit natürlichen Maßnahmen und bewährten Hausmitteln kannst du die Genesung unterstützen. Wenn dies nach einigen Tagen nicht den gewünschten Effekt zeigt, dann bitte ab zum Arzt!

Hilfe bei Blähungen und Krämpfen

Folgende Heilpflanzen beruhigen den Magen-Darm-Trakt, lösen Krämpfe und mildern Blähungen. Man kann sie in Form von Tees, Tinkturen, Ölen oder Pulver (z.B. Kapseln) zu sich nehmen:

  • Anis
  • Fenchel
  • Kümmel
  • Kamille
  • Pfefferminz
  • Arnikawurzel
  • Wermut

Weitere Maßnahmen für akute Blähungen

Langfristige Maßnahmen gegen Blähungen

  • Halte zwischen den Mahlzeiten Abstände von mindestens 4-5 Stunden ein und iss keine zu großen Portionen.
  • Kaue dein Essen gründlich. Das erleichtert den Verdauungsorganen die Arbeit. Iss in Ruhe und nimm dir Zeit. Nie im Stress essen.
  • Meide große Mengen blähender Nahrungsmittel wie Kohl, Hülsenfrüchte, Zwiebel, Knoblauch, Dörrobst und unreifes Obst.
  • Achte auf genügend Flüssigkeitszufuhr. Etwa 2 Liter stilles Quellwasser ist ideal. Direkt zu den Mahlzeiten solltest du keine größeren Mengen trinken, denn dadurch verdünnst du die Verdauungssäfte. Eine halbe Stunde vor oder zwei Stunden nach dem Essen trinken.
  • Meide kohlensäurehaltige Getränke, Alkohol und zu viel Kaffee.
  • Bewegung hilf, die Gase hinaus zu befördern.
  • Kaufe wenn möglich Bio- Lebensmittel, sie enthalten nachweislich viel weniger Schadstoffe als konventionelle Ware.
  • Da psychische Stressoren fast immer auf die Verdauung schlagen, kann es sehr hilfreich sein, Entspannungstechniken wie autogenes Training und progressive Muskelrelaxation nach Jacobson zu erlernen. Qi Gong, Tai-Chi, Yoga oder Shiatsu beeinflussen das vegetative Nervensystem ebenfalls äußerst positiv.
  • Eine richtig durchgeführte Darmsanierung in Kombination mit Heilfasten kann den Verdauungstrakt nachhaltig regenerieren und die Darmflora stärken. Wir bieten eine kostenlosen Leitfaden zur Darmsanierung an, mit dem schon viele Menschen erfolgreich ihre Verdauung verbessert haben.

Hilfe bei Durchfall

Am wichtigsten ist der Ausgleich des Flüssigkeitsverlustes. Auch Mineralsalze sollten in Form von Basensalzen zugeführt werden (Erfahre mehr über den Säure-Basenhaushalt in unserem Fachartikel). Die meisten elektrolythaltigen Lösungen enthalten Unmengen an Zucker oder Süßstoffe und sind daher genauer unter die Lupe zu nehmen. Etwas Zucker ist allerdings sogar zu empfehlen, aber da reicht ein verdünnter Apfelsaft völlig.

In der Naturheilkunde gibt es einige Pflanzen und Hausmittel, die erfolgreich bei Durchfall eingesetzt werden und die Symptome der Verdauungsprobleme lindern. Dazu gehören:

  • Heidelbeeren getrocknet oder Heidelbeermuttersaft: Heidelbeeren enthalten viele Antioxidantien und wirken entzündungshemmend. Heidelbeersaft (Muttersaft) ist bei akuten Durchfall-Schüben mehrmals täglich eingenommen besonders hilfreich.
  • Tee aus Brombeerblättern und Kamillenblüten wirkt beruhigend und entzündungshemmend – über den Tag verteilt trinken.
  • Schwarztee: Die enthaltenen Tannine (Gerbstoffe) beruhigen den Darm und wirken stopfend. Sie haben außerdem eine antibakterielle und leicht schmerzlindernde Wirkung.
  • Flohsamenschalen nehmen im Darm die Giftstoffe auf, die für den Durchfall verantwortlich sein können und binden zudem die Flüssigkeit. 2 Teelöffel in ¼ Liter Wasser einrühren und gleich trinken, bevor sie aufquellen. 3 Mal täglich trinken.
  • Kaffeekohle wirkt gegen Durchfall und schützt gleichzeitig die Magenschleimhaut. Die medizinisch verwendete Kaffeekohle wird aus stark gerösteten und vermahlenen grünen Kaffeebohnen hergestellt. Schädliche Stoffe, Toxine und Gärungsprodukte des Darmes können sehr effektiv an die Kohle gebunden und ausgeschieden werden. Auch krank machende Bakterien, Viren und Pilze kann die Kohle aufnehmen. Auf den Schleimhäuten entsteht zusätzlich ein Schutzfilm. Auch entzündungshemmende Eigenschaften werden der Kaffeekohle zugesprochen.
  • Heilerde bindet ebenfalls Giftstoffe und hemmt Keime. 1 Teelöffel in ¼ Liter Wasser einrühren und schluckweise trinken. 3 Gläser über den Tag verteilt trinken. Man kann die Heilerde auch mit den Flohsamenschalen mischen und in einem trinken.
  • Kohletabletten verringern durch ihre aufsaugende Wirkung in kurzer Zeit die häufigen Darmentleerungen. Sie binden außerdem Gase, Schadstoffe, Bakterien und deren Gifte.
  • Karottensuppe: Gekochte Karotten enthalten Stoffe, die ein Anhaften von Keimen an der Darmwand verhindern und diese zur schnelleren Ausscheidung bringen. 500 g Karotten pro Tag sind ideal. Einfach die Karotten in Wasser eine Stunde kochen, dann mit der gewünschten Menge Wasser und etwas Natursalz pürieren. Über den Tag verteilt löffeln.

Hilfe bei Verstopfung

Wenig Bewegung macht nicht nur den Körper, sondern auch den Darm träge. Darum sei gleich zu Beginn gesagt: Bewegung jeglicher Art aktiviert den Darm und fördert die Verdauung. Außerdem sind die folgenden Tipps bei Verstopfung sehr hilfreich:

  • Kaffee regt die Darmtätigkeit an und kann sowohl bei akuter Verstopfung helfen als auch bei einem chronisch trägen Darm. Wenn es der Magen verträgt, kann ein schwarzer Kaffee am Morgen rasch den erwünschten Stuhlgang herbeiführen. Nach einer reichhaltigen Mahlzeit kann ein Espresso mehr für eine gute Verdauung tun als der obligatorische Verdauungsschnaps.
  • Ballaststoffe beschleunigen die Verdauung. Sie befinden sich in großen Mengen in Obst und Gemüse, Vollkorngetreide und Hülsenfrüchten. Spezielle Ballaststoffe, die sogenannten Präbiotika, sind zudem Futter für unsere guten Darmbakterien und sollten regelmäßig konsumiert werden. Sie sind z.B. enthalten in Pastinaken, Spargel, Chicorée, Zwiebel, Topinambur, Hafer und Roggen.
  • Die regelmäßige Zufuhr von guten Darmbakterien, sogenannten Probiotika, kann helfen die Verdauung zu regulieren.
  • Die Quellstoffe von Leinsamen regen die Darmtätigkeit an. Du kannst sie frisch geschrotet in Smoothies, Müsli oder Joghurt einrühren. Wichtig ist in jedem Fall, dass du mindestens 2 Liter pro Tag trinkst, damit die Ballaststoffe im Darm aufquellen können.
  • Flohsamenschalen enthalten auch viele Quellstoffe und mit viel Flüssigkeit (2 TL auf ½ Liter) am Morgen auf nüchternen Magen getrunken, beschleunigen sie die Verdauung. Wenn man sie in weniger Wasser einrührt, wirken sie gegen Durchfall, da sie dann die Flüssigkeit im Darm binden.
  • Pflaumensaft und Sauerkrautsaft kurbeln die Verdauung an. Aber Vorsicht mit Sauerkrautsaft – manche Menschen bekommen davon Krämpfe. Also erstmal mit einer kleinen Menge austesten.
  • Apfelessig am Morgen auf nüchternen Magen ist ebenfalls ein altes Hausmittel gegen Verstopfung. 2 Esslöffel Bio-Apfelessig in 300 ml Wasser geben und wenn gewünscht einen Teelöffel Bio-Honig einrühren – dieses Getränk heißt Oxymel und schmeckt sehr gut.
  • Abführmittel wenn nichts mehr geht: Wenn die genannten Maßnahmen nicht zum gewünschten Ergebnis führen, können kurzzeitig auch Abführmittel eingesetzt werden. Natürliche Mittel wie Sennesblätter, Faulbaumrinde (beides in herkömmlichen Abführtees in der Apotheke erhältlich), Rizinusöl oder Bittersalz eignen sich dazu sehr gut. Auch der bereits erwähnte Einlauf ist ein altbewährtes Mittel zur raschen Dickdarmentleerung.

Behandlung Reizdarmsydrom

Auffällig beim Krankheitsbild des RDS ist die vorübergehende Besserung nach erfolgtem Stuhlgang. Zur Linderung der Symptome eines Reizdarmsyndroms gibt es eine Bandbreite an Therapieoptionen:

  • Ernährungsumstellung/diätetische Maßnahmen: z.B. Weglassen von Zuckern und einfachen Kohlenhydraten, Ernährungstagebuch führen – was vertrage ich, was nicht? Du kannst auch gemeinsam mit einem Ernährungsberater oder Ernährungsarzt eine geeignete Diät besprechen. Manchen Betroffenen hilft zum Beispiel eine Ernährung, die wenig FODMAPs enthält (bestimmte kurzkettige Kohlenhydrate und Alkohole, die bei manchen Menschen Darmbeschwerden auslösen). Regelmäßiger Sport und ausreichend Schlaf wirken sich oft positiv aus. Probiotika können ebenfalls in manchen Fällen hilfreich sein.
  • Tees, Tinkturen, Öle oder Fertigarzneimittel aus Pfefferminze, Melisse, Kümmel, Anis, Baldrian und Kamille wirken generell beruhigend und blähungswidrig auf den Darm.
  • Kurkuma hat sich für viele Reizdarm-Betroffene als beschwerdelindernd erwiesen. Vor allem seine entzündungshemmenden Eigenschaften dürften dafür verantwortlich sein. Man kann 1 TL des gelben Pulvers zusammen mit etwas schwarzem Pfeffer in Wasser einrühren und 2-3 Mal täglich zu einer Mahlzeit trinken.
  • Autogenes Training, Entspannungsübungen: Hast du viel Stress? Dann können Entspannungstechniken oder eine Umstellung deines Lebensstils helfen. Leidest du vielleicht sogar unter Depressionen oder einer Angsterkrankung? Dann kann es sich lohnen, diese zuerst anzugehen. Manchmal verbessern sich die Symptome des Reizdarms, wenn ein verstärkender Faktor wegfällt.
  • Sport, ausreichend Schlaf, Stressvermeidung
  • Beim Verstopfungstyp des Reizdarmsyndroms kann auch mit Einläufen oder im Akutfall mit Abführmitteln gearbeitet werden.
  • Beim Durchfalltyp können zur Not Durchfall-Stopp-Medikamente verwendet werden. Wobei natürliche Maßnahmen auf Dauer besser sind (siehe oben).
  • Fühlst du dich ärztlich nicht gut betreut, suche dir einen medizinischen Ansprechpartner, der auf dich eingeht. Dein Arzt sollte dich beraten, wie du Symptome lindern kannst und mit dem Reizdarm besser umgehen kannst. Bedenke dabei aber, dass eine effektive Behandlung oder gar Heilung leider auch einem sehr guten Arzt oft nicht möglich ist. Stattdessen gilt hier als Devise: Gemeinsam nach Auslösern und Verstärkern suchen, akute Beschwerden lindern und für mehr Lebensqualität sorgen.
  • Die Einnahme von Probiotika, das sind gesundheitsfördernde Mikroorganismen, kann auch hier in vielen Fällen Linderung bringen (siehe oben bei Verstopfung).
  • Außerdem gibt es gute Erfolge mit der Einnahme von fermentierten Pflanzenessenzen. Die darin enthaltenen Enzyme können beim Reizdarmsyndrom sehr wirksam ist.

Viele Empfehlungen wirken sich symptomlindernd aus und können den Betroffenen ein Stück Lebensqualität zurückgeben. In den folgenden Videos bekommst du wertvolle Tipps, wie man Reizdarmbeschwerden in den Griff bekommen kann. Außerdem findest du auf der Seite der Deutschen Reizdarm-Selbsthilfe viele weitere nützliche Informationen.

Interview mit Dr. Ruediger Dahlke zum Thema Reizdarm

Dr. Ruediger Dahlke ist naturheilkundlicher Arzt, Psychotherapeut und Autor vieler Selbsthilferatgeber in Sachen Ernährung, Psychosomatik und diverser Krankheitsbilder. In diesem Interviewausschnitt spricht Dr. Dahlke über die Ursachen von Reizdarmbeschwerden und die Möglichkeiten, sie zu heilen.

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Weitere Videos zum Thema Reizdarm und Darmgesundheit:

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Quellenangaben

  1. Schaefert R, et al. Klinische S3-Leitlinie: Nicht-spezifische, funktionelle und somatoforme Körperbeschwerden. Dtsch Arztebl Int 2012; 109(47): 803–13. (Leitlinie aktuell in Überarbeitung).
  2. Häuser W, et al. Funktionelle Darmbeschwerden bei Erwachsenen. Dtsch Arztebl Int 2012; 109(5): 83-94
  3. Schwille-Kiuntke J, et al. Post-infectious irritable bowel syndrome–a review of the literature. Z Gastroenterol. 2011;49(8):997-1003.
  4. Distrutti E, et al. Gut microbiota role in irritable bowel syndrome: New therapeutic strategies. World J Gastroenterol 2016;22(7):2219–2241.

Studien

Bildquellen

  • Eine Frau beim Essen: Ariwasabi | Shutterstock.com
  • Eine Frau mit einer WC Rolle: aslysun | Shutterstock.com

Dr. Silvia Nold ist promovierte Biologin und hat eine abgeschlossene Ausbildung als pharmazeutisch-technische Assistentin mit Schwerpunkt Ernährungslehre. Sie war mehrere Jahre in der medizinischen Diagnostik tätig. Dr. Nold schreibt für Lanaprinzip Publishing e.U. über Themen der Biologie, Medizin und Ernährung.