Selen – Wirkung auf das Immunsystem und unsere Schilddrüse

Das Spurenelement Selen ist für den Menschen lebensnotwendig. Erfahre mehr über die Wirkung des Vitalstoffs auf deine Gesundheit, wie es in der heutigen Zeit mit der Selenversorgung aussieht und was bei der Supplementierung von Selen zu beachten ist.

Seinen Namen (griech. Mond) erhielt das Spurenelement aufgrund seiner chemischen Ähnlichkeit zu Tellur (griech. Tellus=Erde). Das Halbmetall ist aber auch dem Schwefel ähnlich. Anfänglich, nach seiner Entdeckung 1817 durch Jörg-Jakob Berzelius, überwog die Annahme, dass Selen giftig sei, und es dauerte bis in die 1960er-Jahre, ehe die wichtigen Funktionen für unseren Stoffwechsel erkannt wurden.

Für was ist Selen gut?

Das Spurenelement ist ein wahres Superfood für unser Immunsystem und unsere Schilddrüse. Eine der Hauptursachen für ein schwaches Immunsystems sind freie Radikale, die unter anderem auch unsere Immunzellen schädigen und für viele chronische Erkrankungen und Entzündungen verantwortlich sind.  Selen ist ein wesentliches indirektes Antioxidans, das unsere Körperzellen vor dem Angriff von freien Radikalen schützt.  Indirekt heißt, dass es nicht selbst gegen freie Radikale wirkt, aber verantwortlich ist für die Funktionsfähigkeit nahezu aller Enzymsysteme, die freie Radikale bekämpfen.

Somit hat Selen eine enorme Bedeutung für unsere Gesundheit und den Schutz vor Krebserkrankungen und chronischen Entzündungen. Da das Auftreten von bösartigen Tumoren auch mit erhöhtem oxidativem Stress einhergeht, ist zur Aufrechterhaltung der antioxidativen Abwehrsysteme u. a. auch eine ausreichende bzw. zusätzliche Selenaufnahme erforderlich.

Wie wirkt sich Selenmangel aus?

Selen ist ein für den Menschen essentielles Spurenelement und wirkt sich positiv auf die Schilddrüse, das Herz-Kreislauf-System sowie das Immunsystem aus. Ein Selenmangel kann daher zu einer Reihe von gesundheitlichen Problemen führen. Die häufigsten Symptome eines Selenmangels sind

Da Selen lebenswichtig ist, sollte ein Selenmangel unbedingt behandelt werden. Die gängige Meinung, um den Selenspiegel im Körper aufrechtzuerhalten, ist die Zufuhr über die Nahrung. Lebensmittel, die reich an Selen sind, sind zum Beispiel Vollkornprodukte, Haferflocken, Brokkoli, Spinat und Huhn. Hier gibt es aber das Problem des Selengehalts in den verschiedenen Lebensmitteln. Lese mehr dazu weiter unten.

Das chemische Zeichen für Selen und Nahrungsmittel, die Selen enthalten

Hilft das Spurenelement bei Krebs und Tumoren?

Es gilt mittlerweile als erwiesen, dass Tumorpatienten allgemein erniedrigte Selenspiegel aufweisen. In vier großen Studien sank die Sterblichkeit an verschiedenen Tumorleiden um bis zu 40% bei einer Selenergänzung. Es konnte ein Zusammenhang zwischen der Häufigkeit von Magenkrebs und dem Vorliegen eines Selenmangels hergestellt werden.

Zudem stimuliert Selen die Antikörperproduktion und aktiviert körpereigene Fresszellen, die Viren und Bakterien bekämpfen. Bei einem Selenmangel ist die Antikörper- und Lymphozytenbildung reduziert, was die Anfälligkeit gegenüber Infekten erhöht.

Wie wirkt der Vitalstoff bei Schilddrüsenproblemen?

Besonders wichtig ist das Spurenelement auch für das Funktionieren unserer Schilddrüse. Um Hormone ausschütten zu können, benötigt unsere Schilddrüse spezielle Enzyme – sogenannte Dejodasen. Diese Enzyme sind jedoch abhängig von Selen. Mangelt es dem Körper an diesem wichtigen Vitalstoff, kommt es oft zu Schilddrüsenfehlfunktionen. Speziell bei Schilddrüsenerkrankungen wie Hashimoto oder der Basedow Krankheit kann eine optimierte Selenzufuhr zu einer deutlichen Verbesserung der Beschwerden führen. Jede vom Körper selbst initiierte Entzündung der Schilddrüse reagiert positiv auf die Gabe von Selen. Oftmals können Schilddrüsenhormone eingespart werden.

Auch Patienten mit Herzerkrankungen profitieren von einer Selengabe.  Herzinfarktpatienten haben einen deutlich niedrigeren Selenspiegel im Blutplasma und in den roten Blutkörperchen als gesunde Menschen. Eine Selenzufuhr kann hier das Auftreten von neuen Infarkten reduzieren.

Versorgungssituation und Vorkommen von Selen

Die Selenaufnahme ist weltweit unterschiedlich. In Deutschland und großen Teilen Europas ist sie eindeutig zu niedrig. Da der Vitalstoff für das Wachstum von Pflanzen nicht benötigt wird, wächst in diesen Regionen zwar Getreide, doch ist dieses nahezu selenfrei. Auch eine Übersäuerung der Böden durch Düngemittel oder sauren Regen reduziert den Selengehalt. Wenn zudem noch Schwermetalle wie z.B. Quecksilber im Boden vorhanden sind, gehen diese einen unlöslichen Komplex mit Selen ein, sodass die Selenmenge zusätzlich sinkt.

In Deutschland liegt die Aufnahme bei Frauen bei etwa 20 μg, bei Männern bei etwa 25 μg pro Tag. In Gegenden, wo die Böden sehr selenreich sind, ist die Aufnahme hingegen viel höher, so liegt sie z.B. in Japan bei 100–210 μg, in Kanada bei 100–220 μg und in Venezuela sogar bei 220–330 μg. Die DGE-Empfehlungen für den täglichen Bedarf an Selen liegen bei 60-70 µg. Dies ist nach allen Erfahrungen viel zu wenig. Die heutigen Selenempfehlungen der DGE dienen ausschließlich der Vorbeugung eines Mangels des Vitalstoffs.

Damit der Vitalstoff seine optimale Wirkung im Körper entfalten kann, reicht diese Empfehlung aber nicht aus. Es hat sich die tägliche Einnahme von 100 – 200 µg täglich bewährt. Die genaue und individuelle Dosierung kann nur von einem Spezialisten bestimmt werden, der sich den Selenstatus mittels Bluttest ansieht. Dieser Test sollte regelmäßig wiederholt werden, um die Dosis gegebenenfalls anzupassen und immer aktuell zu halten.

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Welche Lebensmittel enthalten Selen?

Natürlich sollte man immer bestrebt sein, die notwendigen Vitalstoffe über die Nahrung zuzuführen. Im Falle von Selen ist dies leider fast unmöglich. In selenarmen Regionen wie Deutschland spielen pflanzliche Nahrungsmittel außer Linsen und Spargel, die reichlich Selen enthalten, bei der Selenaufnahme kaum eine Rolle. Die wichtigsten Selenquellen sind in Nordeuropa deswegen Fleisch, Fisch, Hefe und Eier. Allerdings müsste man von diesen Nahrungsmitteln Unmengen zu sich nehmen, um den benötigten Selen Bedarf zu decken (1400 gr. Fleisch oder 4000 gr. Wurst oder 800 gr. Eier oder 800 gr. Fisch oder 24000 gr. Gemüse oder 40000 gr. Kartoffeln oder 50000 gr. Obst).

Immer wieder werden auch Paranüsse zur Deckung des Selenbedarfes empfohlen. Dies ist vom Grundsatz auch richtig: Tatsächlich können 2–3 Paranüsse mit Nusshaut und oberflächlicher Schale verzehrt den Tagesbedarf an Selen sicherstellen. Allerdings sind die bei uns erhältlichen Paranüsse oft geschält und komplett von der Nusshaut befreit, da sie in den Herstellungsländern oft mit Schimmelpilzen oder radioaktiven Substanzen verseucht sind. Also hier bitte auf sehr gute Qualität aus dem Bioladen achten.

Aufgrund dieser Daten ist es daher Gesunden und vor allem Kranken anzuraten, einen Vitalstoffstatus durchführen zu lassen und bei Bedarf Selen Methionin als Nahrungsergänzung zuzuführen. Bei der Zufuhr des Vitalstoffes sollte jedoch darauf geachtet werden, dass es sich um organisches Selen handelt. Dieses kann besser vom Körper aufgenommen werden und ist in selenabhängigen Enzymen und Selenproteinen enthalten. Zudem sollte das Spurenelement zusammen mit Vitamin C eingenommen werden.

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Selen Vergiftung: Kann Selen überdosiert werden?

Bei einer Ergänzung des Spurenelements ist allerdings darauf zu achten, dass nur Dosierungen von bis zu 400 µg als unbedenklich gelten. Langzeitdosierungen von über 800 µg am Tag kehren die antioxidative Wirkung des Spurenelements um und führen zu Nebenwirkungen wie Störungen der  Blutgerinnung sowie der Haut- und Nagelstruktur, Wassereinlagerungen, Erbrechen, Durchfall, Gewichtsverlust und einem Atem, der nach Knoblauch riecht.

Fazit

Das Spurenelement Selen gehört zu den wichtigsten Antioxidantien unseres Körpers. Aufgrund selenarmer Böden ist es in Mitteleuropa kaum möglich, die benötigte Menge mit der Nahrung zu sich zu nehmen. Es ist an der Produktion von Glutathion beteiligt, einem wichtigen Antioxidans, das unseren Körper vor schädlichen Freien Radikalen schützt. Zudem hilft Selen, die Schilddrüse zu regulieren und die kognitiven Fähigkeiten zu verbessern. Auch die Nägel, Haare und die Haut profitieren von einem ausreichenden Selen-Spiegel. Lebensmittel wie Geflügel, Eier, Nüsse, Vollkornprodukte und Pilze enthalten Selen. Ein Selen-Mangel kann sich in einer verringerten Schilddrüsenfunktion, Haarausfall, Nervosität, Müdigkeit und Schwäche äußern. Um einen Selen-Mangel zu vermeiden, sollte man auf eine ausgewogene Ernährung achten und sich regelmäßig von einem Arzt untersuchen lassen.

Eine Ergänzung von organischem Selen ist daher in jedem Fall sinnvoll, um unser Immunsystem zu stärken und um unsere Körperzellen vor dem Angriff von freien Radikalen zu schützen.

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Bildquellen

  • Was beinhaltet Selen: ratmaner | Shutterstock.com
  • Dr. Edmund Schmidt: Ensign OHG