Bluthochdruck: Wie lässt sich der Blutdruck natürlich senken?

Mindestens jeder fünfte Mensch ist hierzulande von Bluthochdruck betroffen. Mit Medikamenten und natürlichen Maßnahmen lassen sich der Blutdruck und das Risiko für Folgeerkrankungen senken. Du erfährst hier alles Wissenswerte über Bluthochdruck, und was du selbst für einen gesunden Blutdruck tun kannst. Im Video-Interview der Internist und Professor für Naturheilkunde Prof. Dr. Andreas Michalsen sowie der Arzt und Psychotherapeut Dr. Ruediger Dahlke.

Durch den menschlichen Körper fließen je nach Körpergewicht etwa fünf bis sechs Liter Blut. Das Blut verteilt sich über immer feiner werdende Blutgefäße, sodass jede Körperzelle mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt wird. Der Blutdruck sorgt für die Aufrechterhaltung des Blutstroms und ist deshalb lebenswichtig. Bluthochdruck verursacht anfangs kaum Symptome, kann aber das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Schlaganfall und Herzinfarkt wesentlich erhöhen. Außerdem gilt es zu beachten, dass Demenz eine Folgeerkrankung von Bluthochdruck sein kann.

Daher sollte der Blutdruck von Zeit zu Zeit gemessen werden. Liegt ein Bluthochdruck vor, kann er durch Medikamente gesenkt werden. Doch auch viele nicht-medikamentöse Maßnahmen zur Blutdrucksenkung können helfen.

Volkskrankheit Bluthochdruck

Bluthochdruck (Hypertonie) ist weit verbreitet. Rund 25 Millionen Menschen leiden in Deutschland darunter. Manche Ärzte sprechen sogar von einer Pandemie, weil weltweit so viele Menschen davon betroffen sind und die Zahlen weiter steigen (1). Häufig werden gegen Bluthochdruck entsprechende Medikamente verordnet.

Wer zukünftig weniger Medikamente einnehmen möchte, kann die Blutdruckwerte auf natürliche Weise senken. Zum Teil ist es sogar möglich, gänzlich auf Tabletten zu verzichten. Natürlich sollten sie nicht ohne ärztliche Rücksprache abgesetzt oder die Dosis verringert werden, denn die Folgen von Bluthochdruck sind nicht zu unterschätzen. Auf Dauer schädigt er die Gefäße und trägt zur Entstehung von Erkrankungen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall bei.

Doch was ist Bluthochdruck eigentlich, wie entsteht er und wie häufig kommt er vor?

Wann spricht man von Bluthochdruck?

Der Blutdruck wird in der Einheit mmHg (Millimeter Quecksilbersäule) angegeben. Dabei wird der Druck in den größeren Körperarterien gemessen. Es werden grundsätzlich immer zwei Blutdruckwerte angegeben:

  • Der erste, höhere Wert ist der systolische Druck. Er gibt den maximalen Druck an, der während des Zusammenziehens (Systole) der linken Herzkammer entsteht. Er liegt in der Regel zwischen 110 und 130 mmHg.
  • Der zweite, niedrigere Wert ist der diastolische Druck. Während der Entspannungsphase des Herzens (Diastole) füllt sich das Herz mit neuem Blut, der Blutdruck fällt ab. Der Wert liegt normalerweise zwischen 80 und 89 mmHg.

Die Grenzwerte für Bluthochdruck hängen vom Alter und vom Gesundheitszustand ab. Vor allem bei älteren Menschen, Diabetikern und Risikogruppen wird von Fall zu Fall entschieden. Es gilt als Richtwert, dass dauerhafte Werte über 140/90 mmHg gesenkt werden sollten (2). Bei Anstrengung und Stress, aber auch in der Schwangerschaft oder durch bestimmte Medikamente kann der Blutdruck vorübergehend erhöht sein, ohne dass man von krankhaftem Bluthochdruck spricht.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) berichtet, dass weltweit rund 1,13 Milliarden Menschen von Bluthochdruck betroffen sind (3). Aktuelle Studien schätzen aufgrund medizinischer Daten, dass weltweit über 30% aller Menschen Bluthochdruck haben (4). Weltweit werden rund 40% aller Todesfälle, die durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Niereninsuffizienz und Diabetes entstehen, durch Bluthochdruck verursacht (5). Auch in Deutschland sind entsprechend viele Menschen betroffen. Hier ist es im Alter von über 50 Jahren sogar jeder zweite, über 60 sind bereits fast drei Viertel der Bevölkerung betroffen. Das zeigt, wie wichtig eine regelmäßige Blutdruckmessung ist, um bei Bedarf gegensteuern zu können.

Wie entsteht ein hoher Blutdruck?

Der Blutdruck wird durch ein komplexes System von Hormonen und Nerven gesteuert. Aber auch der Salz- und Wasserhaushalt im Körper sowie die Herzfunktion, genauer gesagt die Pumpleistung des Herzens, tragen dazu bei. Die Elastizität der Gefäße und die Gefäßweite spielen ebenfalls eine Rolle. Beides kann zum Beispiel bei Arteriosklerose beeinträchtigt sein.

Bei jedem Zehnten tritt Bluthochdruck als Folge anderer Erkrankungen auf. Man spricht dann auch von einer sekundären Hypertonie. Tritt der Bluthochdruck wie bei 90 Prozent aller Patienten isoliert auf, liegt eine primäre Hypertonie vor.

Es gibt einige Risikofaktoren, die zu einem erhöhten Blutdruck beitragen. Dazu gehören unter anderem:

  • Übergewicht
  • zu wenig Bewegung
  • Rauchen, regelmäßiger Alkoholkonsum
  • Stress
  • ungünstige Ernährung (zum Beispiel zu viel Kochsalz)
  • Schlafapnoe (nächtliche Atemaussetzer)

Beim Kochsalz gibt es die Besonderheit, dass nur ein Teil der Menschen mit Blutdruckänderungen auf einen zu hohen Salzkonsum reagiert. Geschätzt wird, dass rund 40% aller Menschen mit Bluthochdruck zu den salzsensitiven Personen gehören (6). Allerdings ist ein verringerter Salzkonsum auch bei der restlichen Bevölkerung ratsam, da zu viel Salz auch weitere negative Effekte haben kann. So erhöht es, lassen Studien vermuten, auch das Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten und Magenkrebs.

Symptome und Warnsignale: Wie erkennst du Bluthochdruck?

Hoher Blutdruck Senken Sofort

Ein leicht bis mittelgradig erhöhter Blutdruck wird in den meisten Fällen nicht bemerkt. Dennoch belastet die Erhöhung das Herz und die Gefäße. Neben Rauchen und Diabetes ist Bluthochdruck eine der führenden Ursachen für Schlaganfälle und Herzinfarkte. Bluthochdruck früh zu erkennen ist möglich, wenn man regelmäßig beim Arzt oder in der Apotheke den Blutdruck messen lässt. Wenn du deinen Blutdruck zu Hause messen möchtest, verwende ein hochwertiges Blutdruckmessgerät, welches ein zertifiziertes Medizinprodukt ist.
Notiere deine Werte in einem Blutdruckpass.

Mögliche Symptome eines Bluthochdrucks können sein:

  • Nervosität
  • Schwindelgefühle oder Übelkeit
  • Rotes Gesicht
  • Kopfschmerzen (vor allem am Morgen)
  • Schlafstörungen
  • Müdigkeit
  • Ohrensausen, Sehstörungen oder Nasenbluten
  • Kurzatmigkeit bereits bei leichterer Anstrengung

Oft sind diese Symptome zunächst nur gering ausgeprägt oder es treten nur einzelne dieser Beschwerden auf. Dabei denkt man vielleicht nicht sofort an Bluthochdruck. Frauen in den Wechseljahren schreiben diese Symptome oft der Hormonumstellung zu. Bemerkt man bei sich selbst, in der Familie oder bei Bekannten solche Beschwerden, dann kann es nicht schaden, den Blutdruck messen zu lassen.

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Wie kann ich Bluthochdruck behandeln?

Ein Bluthochdruck sollte in der Regel behandelt werden, da ein zu hoher Druck auf Dauer negative Folgen hat. Der Arzt legt je nach Alter meist einen Zielblutdruck fest, der erreicht werden sollte. Im nächsten Kapitel findest du Tipps, wie der Blutdruck auf natürliche Weise gesenkt werden kann. Ist der Blutdruck sehr hoch, liegen zusätzliche Risikofaktoren für das Herz-Kreislauf-System vor oder bringen nicht-medikamentöse Maßnahmen keine Besserung, kann der Arzt bestimmte Medikamente einsetzen, die oft auch in Kombination verwendet werden:

  • Diuretika wirken entwässernd, erweitern die Gefäße und fördern die Salzausscheidung.
  • Spezielle Blutdrucksenker wie ACE-Hemmer oder AT-1-Rezeptor-Antagonisten wirken auf das Hormonsystem und senken so den Blutdruck.
  • Betarezeptorenblocker („Beta-Blocker“) wirken blutdrucksenkend, da sie die Wirkung des Stresshormons Adrenalin oder des Neurotransmitters Noradrenalin hemmen.
  • Kalziumantagonisten verhindern den Einstrom von Kalzium in Muskelzellen. Dadurch werden Gefäße erweitert und entspannt.

Reagiert eine Bluthochdruck-Erkrankung weder auf nicht-medikamentöse Maßnahmen noch auf eine intensive Therapie mit Medikamenten, gibt es einige neue, medizinische Ansätze (7). Dazu gehört die Verödung bestimmter Nierennerven (renale Denervation) mit einem Nierenkatheter. Auch die Baroreflex-Stimulation, bei der bestimmte Signalzentren in der Halsschlagader durch elektrische Impulse (ähnlich wie bei einem Herzschrittmacher) stimuliert werden. Dadurch wird eine Blutdrucksenkung angeregt. Beide Verfahren werden aber noch in Studien geprüft.

Wie kann ich den Blutdruck natürlich senken?

Natürliche Maßnahmen und eine Umstellung des Lebensstils können den Blutdruck senken. Diese Maßnahmen zur natürlichen Blutdrucksenkung eignen sich besonders gut zur Vorbeugung, bei leichtem Bluthochdruck und zusätzlich zu Medikamenten. Das bestätigen inzwischen auch zahlreiche Studien und ärztliche Leitlinien (8), in denen eine Ernährungsumstellung als wirksame Maßnahme bei erhöhtem Blutdruck beschrieben wird. Denn beim Blutdruck spielen so viele Faktoren eine Rolle (Herzpumpleistung, Elastizität der Arterienwände, Ausflussrate aus den Blutgefäßen), dass einzelne Medikamente kaum in der Lage sind, dieses große, regulatorische Netzwerk zu ersetzen (9).

Umso wichtiger sind deshalb alternative Maßnahmen ohne Medikamente oder zusätzlich zu Medikamenten. Zudem gibt es Formen des Bluthochdrucks, die nur schlecht auf Medikamente reagieren. Das betrifft zwischen 9 und 18% aller Bluthochdruck-PatientInnen (10). Auch schon bevor eine medikamentöse Therapie begonnen wird, können die folgenden Tipps helfen, dass weniger oder unter Umständen gar keine Medikamente nötig werden.

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Wichtig: Alle folgenden Maßnahmen können jeweils einen kleinen Teil dazu beitragen, deinen Blutdruck zu senken. Am besten solltest du mehrere davon kombinieren und deinen Lebensstil dauerhaft umstellen. Falls du Tabletten gegen Bluthochdruck nimmst, lass regelmäßig die Dosis überprüfen. Greifen natürliche Maßnahmen, ist oft eine Verringerung der Dosis oder ein Absetzen der Tabletten nach ärztlicher Absprache möglich.

Blutdrucksenkende Gewohnheiten

  • Mache täglich 1 Stunde Ausdauertraining, wie schnelles Gehen, Laufen, Schwimmen oder Radfahren.
  • Baue Stress ab. Hier helfen Aufenthalte in der Natur, Meditation und Atemübungen. Lese hier mehr darüber, wieso sich Erlebnisse in der Natur positiv auf die Gesundheit auswirken.
  • Heilfaste regelmäßig. Es gilt als erwiesen, dass sich eine Heilfastenkur äußerst positiv auf den Blutdruck auswirkt. Das selbe gilt für eine sogenannte Scheinfastenkur, die von dem bekannten Altersforscher Prof. Valter Longo in jahrzehntelanger Forschung entwickelt wurde.
  • Es hat sich gezeigt, dass regelmäßiges Blutspenden den Blutdruck senken kann.
  • Esse kaliumreiche Lebensmittel. Das sind vor allem pflanzliche Lebensmittel wie z. B. Brokkoli, dunkelgrünes Blattgemüse, Kartoffeln, Erbsen, Pilze, Sellerie, Datteln und andere Trockenfrüchte, Bananen und Hafer. Auch dunkle Schokolade (mind. 72% Kakaoanteil) solltest du naschen.
  • Reduziere deinen Salzkonsum und würze kreativ mit Kräutern und Gewürzen wie z. B. Curry, Ingwer, Knoblauch, Zwiebel, Pfeffer, Chili, Koriander, Dille, Oregano, Basilikum, Thymian, Majoran usw.
  • Vermeide die Aufnahme von Transfettsäuren, welche hauptsächlich in Fertigprodukten enthalten sind. Brate und backe z. B. mit Kokosöl. Bereite deine Speisen so oft als möglich selbst zu. Hier findest du zwei Videos mit ausführlichen Informationen zu Fettsäuren: Öle und Fette allgemein und Alles über Transfettsäuren.
  • Reduziere tierische Lebensmittel.
  • Ein Achtel Rotwein am Tag wirkt sich positiv auf die Herzgesundheit und den Blutdruck aus. Doch alles, was darüber ist, lässt den Blutdruck ansteigen. Achte daher auf deinen Alkoholkonsum!

Bauchfett reduzieren

Übergewicht und vor allem zu viel Bauchfett erhöhen den Blutdruck. Der Grund, warum Bauchfett besonders kritisch ist: Fett lagert sich dabei um die Organe in der Bauchhöhle ab und sorgt schließlich für eine Umfangszunahme. Dieses sogenannte viszerale Fett ist stoffwechselaktiv und wirkt sich negativ auf den Blutdruck, das Herz-Kreislauf-System und die Insulinfreisetzung aus.

Welcher Bauchumfang ist kritisch?

Nur ein geringes Risiko besteht, wenn der Bauchumfang bei Männern unter 94, bei Frauen unter 80 Zentimetern liegt (11). Eine Diät im Sinne einer Ernährungsumstellung sollte spätestens dann begonnen werden, wenn der Bauchumfang bei Männern über 102, bei Frauen über 88 Zentimetern liegt.

Mit Heilfasten Blutdruck senken

Regelmäßige Heilfastenkuren und Intervallfasten können sehr gut zur Vorbeugung und Behandlung, ja sogar zur Ausheilung von Bluthochdruck eingesetzt werden. In der weltweit größten wissenschaftlichen Fasten-Studie (19), durchgeführt von den Kliniken Buchinger Wilhelmi, wurde 2019 die Wirkungsweise des klassischen Heilfastens nach Buchinger veröffentlicht.

Der blutdrucksenkende Effekt ergibt sich aus der Ausschüttung blutdrucksenkender Hormone und der positiven Veränderung des Mikrobioms (Darmflora) durch die Darmentlastung. Auch dass in dieser Zeit kein Salz und Fett aufgenommen wird, begünstigt den Effekt. Wenn du Blutdrucksenker einnimmst, muss die Dosis während der Heilfastenkur von deinem Arzt angepasst werden.

Eine weitere Möglichkeit ist das Intervallfasten. Hier gibt es zwei Möglichkeiten: Bei der einen wechselt ein Fastentag mit einem „normalen“ Tag ab. Bei der anderen verzichtest du pro Tag für eine gewisse Zeit (beispielsweise 16 Stunden) auf Nahrung. Das lässt sich umsetzen, indem du zum Beispiel das Frühstück ausfallen lässt. Studien weisen darauf hin, dass Intervallfasten das Risiko Für Herz-Kreislauf-Erkrankungen senkt, das Gewicht reduzieren kann, bei beginnender Diabetes hilft – und auch den Blutdruck normalisieren kann (12).

Ich selbst faste seit 20 Jahren regelmäßig und bin auch ausgebildete Fastenbegleiterin. Ich habe für Gesunde, die zu Hause fasten möchten, ein 7-Tage-Fastenprogramm (*) erstellt. Dabei leite ich dich mit täglichen Videos und Info-Texten durch eine Fastenkur. Ich zeige dir z.B. genau, wie ein Einlauf funktioniert, unterstütze dich auch mental beim Fasten und gebe dir meine besten Gesundheitstipps für die Zeit danach.

Ernährung gegen Bluthochdruck

Bei Bluthochdruck kann eine leichte und ausgewogene Ernährung wahre Wunder wirken. Viel Obst und Gemüse, wenig tierische Lebensmittel, möglichst keine Fertigprodukte und industriell verarbeitete Lebensmittel. Denn gerade hochverarbeitete Nahrungsmittel enthalten oft besonders viel verstecktes Salz. Speisesalz (Natriumchlorid) kann einen hohen Blutdruck begünstigen. Daher ist eine salzarme Ernährung oft hilfreich.

Das belegen auch viele Studien. Im englischsprachigen Raum hat sich dafür die Bezeichnung DASH durchgesetzt (13). DASH steht für „Dietary Approaches to Stop Hypertension“ (Diät-Ansätze gegen Bluthochdruck). Ein Übersichtsartikel (14), der die Ergebnisse der wichtigsten Studien zu diesem Thema zusammenfasst, kommt zu dem Schluss: Eine pflanzenreiche Ernährung mit Vollkornprodukten und gemäßigtem Salzgehalt kann Bluthochdruck effektiv vorbeugen.

Ernährungsempfehlungen:

  • Salzarme Ernährung: mit viel Kräutern würzen und Gewürzmischungen ohne Salz verwenden
  • Drastische Reduktion von tierischen Lebensmitteln wie Fleisch, Fisch, Eier und Milchprodukten (v.a. Wurst und Käse treiben den Blutdruck zusätzlich mit ihrem hohen Salzgehalt in die Höhe)
  • Nitratreiches Gemüse wie Spinat, Rucola, Mangold, Rote Bete (eine Portion täglich)
  • Obst, vor allem Beeren aller Art und Granatapfel (täglich eine Handvoll, auch Tiefkühlware)
  • Leinsamen (25 g täglich geschrotet z.B. im Müsli) und Leinöl (1-2 EL täglich z.B. im Salat)
  • Olivenöl
  • Dunkle Bio-Schokolade (mind. 75% Kakaoanteil, 10-20 g pro Tag)
  • Walnüsse (eine Handvoll täglich)
  • Rote-Bete-Saft (0,25 -0,5 l am Tag) – senkt den Blutdruck in vielen Fällen sehr effektvoll
  • Hibiskus- oder Grüner Tee (2-3 Tassen am Tag)

Mikronährstoffe bei Bluthochdruck

Im Handel gibt es unzählige Präparate und Nahrungsergänzungsmittel, die gegen Bluthochdruck wirken sollen. Nicht alles ist sinnvoll oder lohnt sich. Es ist grundsätzlich anzuraten, einen Mikronährstoff-Status durchführen zu lassen und wenn Mängel nachgewiesen werden, diese mittels geeigneter Präparate gezielt aufzufüllen. Dazu ist es wichtig, einen Spezialisten aufzusuchen, der dich durch eine solche Therapie begleitet, vor allem wenn du bereits Medikamente nimmst. Wenn du wissen möchtest, wie so eine Mikronährstofftherapie abläuft, kannst du dir den folgenden Beitrag inkl. Arzt-Interview ansehen: Orthomolekulare Medizin

Nahrungsergänzungen, die sich positiv auf den Blutdruck auswirken können

  • Omega-3-Fettsäuren wirken ebenso blutdrucksenkend und sind vor allem enthalten in Avocados, Walnüssen und Leinöl. Vor allem aber in Meeresfisch. Diesen kann ich jedoch wegen der teilweise enormen Schadstoffbelastung nicht empfehlen. Schadstoffbefreites Omega-3-Fischöl mit den erforderlichen bioaktiven Fettsäuren EPA und DHA oder alternativ ein ebenso bioaktives veganes Omega-3-Algenöl sind jedoch eine gute Ergänzung.
  • Antioxidantien wie OPC (aus Traubenkernextrakt oder Kiefernrindenextrakt) oder Coenzym Q10 (16).
  • Die Aminosäure L-Arginin kann Entzündungen und Ablagerungen in Gefäßen entgegenwirken, die Durchblutung fördern und die Gefäße erweitern. Somit ist L-Arginin ein häufig empfohlenes Nahrungsergänzungsmittel bei Bluthochdruck.
  • Magnesiummangel begünstigt Bluthochdruck. Bei einem Mangel kann eine Nahrungsergänzung mit Magnesium helfen, den Blutdruck zu senken.
  • Gute Erfolge können auch mit fermentierten Pflanzenessenzen erzielt werden.
  • Vitamin D ist ein wesentlicher Faktor für einen gesunden Blutdruck. Es wird durch Sonneneinstrahlung von unserem Körper selbst hergestellt. In der warmen Jahreszeit reicht es, wenn man 30 Minuten am Tag mit freiem Oberkörper an der Sonne ist. Wichtig: in dieser Zeit auf Sonnencremes mit zu hohem Lichtschutzfaktor verzichten und nicht um die Mittagszeit sonnenbaden. In den Wintermonaten rate ich zu einem hochwertigen Vitamin D Präparat aus dem Reformhaus oder der Apotheke. Bei Einnahme von Vitamin D, könnte bei manchen Menschen auch Vitamin K2 zu supplementieren sein.
  • Vitamin C: Es ist enthalten in Lebensmitteln wie z. B. roter Paprika (roh oder leicht gedünstet), Erdbeeren, schwarze Ribisel (Johannisbeeren), Kiwis, Zitrusfrüchte, Kohlsprossen und Brokkoli (leicht gedünstet) und grüner Salat. Hochkonzentriert gibt es Vitamin C in Acerolakirschen-Extrakt bzw. -Pulver aus dem Reformhaus.
  • Ein weiteres sehr sinnvolles Nahrungsergänzungsmittel ist Coenzym Q10. Es hat in mehreren Studien zur Senkung sowohl des systolischen (im Durchschnitt um 12 mmHg) als auch des diastolischen (im Durchschnitt um 6 mmHg) Wertes geführt.
  • Wirksame Naturmedizin für einen normalen Blutdruck ist Weißdorn- und Mistelextrakt.
  • Ein Hausmittel, welches als begleitende Maßnahme bei der Normalisierung des Blutdrucks unterstützend wirken kann, ist der folgende Trunk aus Zitrone, Ingwer und Knoblauch:
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Sport und Bewegung

Fehlende Bewegung führt zu weniger Muskelmasse und einem höheren Fettanteil im Körper. Auch das Herz-Kreislauf-System wird durch fehlendes Training geschwächt. Ideal gegen Bluthochdruck ist Ausdauersport, am besten drei bis fünf Mal die Woche mindestens 30 Minuten (17).  Zur Vermeidung von Bluthochdruck ist die richtige Sportart sehr sinnvoll. Es eignen sich Joggen, Wandern, Ski-Langlauf, Nordic Walking, Schwimmen oder Radfahren. Hast du lange gar keinen Sport gemacht?

Dann besser langsam starten und vorher beim Arzt durchchecken lassen! Warum? Die körperliche Belastung lässt den Blutdruck ansteigen. Bei gesunden Blutdruckwerten ist dies in der Regel kein Problem, doch bei Menschen mit zu hohem Blutdruck können die Werte schnell einmal gefährlich werden. Dennoch ist Bewegung bei Bluthochdruck meist empfehlenswert, denn tägliche Bewegung gehört zu den wirksamsten Arzneien gegen Bluthochdruck, vermutlich auch, weil sie zu einem gesunden Gewicht beiträgt. Die richtige Sportart und Trainingsintensität sind jedoch wichtig.

Nicht Rauchen und wenig Alkohol

Rauchen schädigt die Blutgefäße und treibt den Blutdruck enorm in die Höhe. Nicht umsonst kann Rauchen bis hin zum bekannten Raucherbein führen, bei dem das Gewebe aufgrund von Durchblutungsstörungen abstirbt. Auch häufiger Alkoholkonsum und Mengen über 120 ml Wein oder 250 ml Bier pro Tag können den Blutdruck ansteigen lassen.

Entspannung und ausreichend Schlaf

Stress kann auf Dauer sehr gefährlich werden, denn die Bildung der Stresshormone wie Cortison oder Adrenalin führt zur Erhöhung des Blutdrucks. Genauso verhält es sich mit Schlafmangel. Sorge also für ausreichend Schlaf und Erholung. Entspannungstechniken können helfen, Stress aktiv abzubauen.

Weitere Heilmethoden

  • Akupunktur spezieller Punkte gegen Bluthochdruck
  • Maßnahmen gegen Übersäuerung (Hier findest du unseren Fachartikel zum Thema Säure-Basen-Haushalt)
  • Regelmäßiges Blutspenden
  • Darmsanierung zur Stärkung von Darm und Mikrobiom, denn heute weiß man, dass die Darmflora eng mit der Regulation des Blutdrucks verbunden ist (18)

Interview mit Prof. Dr. Andreas Michalsen zum Thema Bluthochdruck

Prof. Andreas Michalsen ist Internist und Professor für klinische Naturheilkunde an der Charité Berlin und am Immanuel Krankenhaus Berlin. In diesem Interviewausschnitt  gibt er konkrete Tipps aus Forschung und Praxis, was man gegen Bluthochdruck tun kann:

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Interview mit Dr. Ruediger Dahlke zum Thema Bluthochdruck

Dr. Ruediger Dahlke ist naturheilkundlicher Arzt, Psychotherapeut und Autor vieler Selbsthilferatgeber in Sachen Ernährung, Psychosomatik und diverser Krankheitsbilder. In diesem Interviewausschnitt spricht Dr. Dahlke darüber, was die seelischen Ursachen für hohen Blutdruck sein können und was auch auf körperlicher Ebene zu tun ist, um den Blutdruck zu senken:

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Hypertonie Zusammenfassung

Je höher der Blutdruck ist, desto größer ist das Risiko, dass es zu Folgeschäden an verschiedenen Organen wie Herz, Niere, Gehirn oder Augen kommt. Doch nicht immer ist eine Behandlung mit Medikamenten notwendig. Oftmals reicht es aus, die Lebensgewohnheiten zu verändern, um den Blutdruck natürlich zu senken. Manche leben Jahre lang mit Bluthochdruck, ohne es zu wissen, da sich die Symptome erst spät zeigen.

Doch in dieser Zeit schädigt er unbemerkt die Gefäße und das Herz. Der Blutdruck sollte daher regelmäßig überprüft werden, vor allem bei Menschen, die zur Risikogruppe gehören, beispielsweise Übergewichtige. Die Blutdruckwerte lassen sich um bis zu 20 mmHg reduzieren, wenn mit Sport begonnen wird. Dieser Effekt ist durchaus mit dem eines blutdrucksenkenden Arzneimittels vergleichbar. Eine Veränderung des Lebensstils ist zur Senkung des Blutdrucks meist unverzichtbar.

Unsere persönliche Maßnahmen (Stand März 2021)

Mein Mann hat in den letzten Jahren sehr viel gegen seine Veranlagung zu hohem Blutdruck unternommen und vieles hat sehr gute Ergebnisse erzielt. Neben vermehrter Bewegung in Form von Spaziergängen und 2 Mal die Woche Schwimmtraining, ist seine Ernährung fleisch- und zuckerarm und er fastet mit mir zweimal im Jahr für 10 Tage. Zusätzlich betreiben wir seit Jahren das Intervallfasten (16:8).

Wie schon oben erwähnt, nimmt er außerdem täglich diesen speziellen Rote-Bete-Saft ein, dem Magnesium zugesetzt ist, und zusätzlich die oben beschriebenen Nahrungsergänzungsmittel Omega-3-Fettsäuren, OPC und Coenzym Q10. Das Regulatpro Metabolic nimmt er mittlerweile kurweise und zwar für 8 Wochen zweimal im Jahr. Mit diesen Maßnahmen hat sich sein früher viel zu hoher Blutdruck auf einen stabilen, gesunden Wert eingependelt.

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Quellenangaben

  1. Rossier BC, et al. The Hypertension Pandemic: An Evolutionary PerspectivePhysiology (Bethesda). 2017 Mar;32(2):112-125. 
  2. Hambrecht R, et al. ESC (European Society of Cardiology) und DKG (Deutsche Gesellschaft für Kardiologie): Leitlinie zur Prävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, 2016.
  3. NCD Risk Factor Collaboration (NCD-RisC). Worldwide trends in blood pressure from 1975 to 2015: a pooled analysis of 1479 population-based measurement studies with 19·1 million participants. Lancet. 2017;389(10064):37-55.
  4. Mills KT, et al. The global epidemiology of hypertension. Nat Rev Nephrol. 2020 Apr;16(4):223-237. 
  5. Castro I, et al. Nutrition and physical activity on hypertension: implication of current evidence and guidelines. Curr Hypertens Rev. 2015;11(2):91-9. 
  6. Rust P, Ekmekcioglu C. Impact of Salt Intake on the Pathogenesis and Treatment of HypertensionAdv Exp Med Biol2017;956:61-84. 
  7. Kintscher U, et al. Kommentar zur 2013-ESH/ESC-Leitlinie zum Management der arteriellen Hypertonie. Kardiologe 2014,8:223–230.
  8. Lennon SL, et al. 2015 Evidence Analysis Library Evidence-Based Nutrition Practice Guideline for the Management of Hypertension in Adults. J Acad Nutr Diet. 2017 Sep;117(9):1445-1458.e17. 
  9. Magder S. The meaning of blood pressure. Crit Care. 2018 Oct 11;22(1):257. 
  10. Doroszko A, et al. Resistant Hypertension. Adv Clin Exp Med. Jan-Feb 2016;25(1):173-83. 
  11. Lean ME, et al. Waist circumference as a measure for indicating need for weight management. BMJ 1995; 311(6998): 158–161.
  12. Dong TA, et al. Intermittent Fasting: A Heart Healthy Dietary Pattern? Am J Med. 2020 Aug;133(8):901-907.
  13. Challa HJ, et al. DASH Diet To Stop Hypertension. In: StatPearls [Internet]. Treasure Island (FL): StatPearls Publishing; 2021 Jan.
  14. Ozemek C, et al. The role of diet for prevention and management of hypertension. Curr Opin Cardiol. 2018 Jul;33(4):388-393 
  15. Miller PE, et al. Long-Chain Omega-3 Fatty Acids Eicosapentaenoic Acid and Docosahexaenoic Acid and Blood Pressure: A Meta-Analysis of Randomized Controlled Trials. American Journal of Hypertension 2014;27(7):885–896.
  16. Rosenfeldt FL, et al. Coenzyme Q10 in the treatment of hypertension: a meta-analysis of the clinical trials. J Hum Hypertens 2007;21(4):297-306.
  17. Im Internet: Deutsche Herzstiftung. Bluthochdruck: Werte mit Sport senken? (abgerufen: 8/2021)
  18. Yan X, et al. Intestinal Flora Modulates Blood Pressure by Regulating the Synthesis of Intestinal-Derived Corticosterone in High Salt-Induced Hypertension. Circ Res. 2020 Mar 27;126(7):839-853. 
  19. Im Internet: https://www.buchinger-wilhelmi.com/weltweit-groesste-fasten-studie/ Stand 28.10.2021

Bildquellen

  • Ein Mann mit Kopfschmerzen: WeAre | Shutterstock.com
  • Bluthochdruck Messung: Andrey_Popov | Shutterstock.com